Landratswahl 2011 – Interview zu Bildung und Kultur im Landkreis Bernkastel-Wittlich mit der Korrekten Zeitung (KoZ) mit dem Landratskandidaten Stephan Henkel.

Interview zu Bildung und Kultur im Landkreis Bernkastel-Wittlich mit der Korrekten Zeitung (KoZ) mit dem Landratskandidaten Stephan Henkel:

KoZ: Bildung fängt bei den Kleinsten an. Was bedeutet für Sie „optimale Bildungspolitik“ in Bezug auf die städtischen und kommunalen Kindertagesstätten?

Henkel: Gerade bei den Kleinsten erwächst eine große Verantwortung, sowohl für die Eltern als auch für die Solidargemeinschaft als Ganzes, dafür zu sorgen, dass die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden zur Sicherung der Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Kultur. Es sollte ein verpflichtendes Gebot sein, dass alle Kinder das Recht auf umfassende Förderung haben, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, und dass sie an Bildung, Erziehung und Betreuung in Gemeinschaft mit anderen Kindern teilhaben können. Die pädagogische Qualität der Kinderbetreuung muss gesichert werden, d. h. die Kindertagesstätten müssen personell und von den Sachmitteln her großzügig ausgestattet werden. Ein bedarfsgerechtes Netz von Kindertagesstätten in der Stadt und auf dem Land ist nötig, um niveauvolle, vielfältige und wohnortnahe Kindergartenplätze garantieren zu können. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfordert höchste Priorität. Darum brauchen wir ausreichend Ganztagsangebote, möglichst ohne Wartelisten. Die traditionell breitgefächerte Trägervielfalt von öffentlicher und freier Kinder- und Jugendhilfe erfordert ein kooperatives Zusammenwirken und Miteinander von Eltern, Kindertagesstätte, Schule und Jugendhilfe vor Ort. Ein vollwertiges und gesundheitsförderndes Speisenangebot in den Grundschulen und Kindertagesstätten sollte, im Bedarfsfall auch kostenlos, ebenso wie eine altersentsprechende Gesundheitserziehung und –vorsorge, zum allgemeinen Standard erhoben werden. Wichtig: kostenfreier Zugang zu weiterführenden Bildungsangeboten, zu Hochschulen und Fachhochschulen in unserem Land!

KoZ: Die Städte und Kommunen sind die Träger von Grundschulen. Sind Sie mit den Konzeptionen zufrieden? Sehen Sie weiteren Handlungsbedarf (Stichpunkte: Immigranten, ADSL-ler, Förderung begabter / wenig begabter Kinder, Ganztagsschule…)

Henkel: Auch bei den Grundschulen gilt: um eine optimale Förderung unserer Kinder zu garantieren, braucht es mehr Personal, damit die Klassenstärken reduziert werden können. Nur so kann man sicherstellen, dass die Lehrerinnen und Lehrer individuell auf die Kinder eingehen, Stärken, Schwächen und Probleme erkennen und effektiv dafür Sorge tragen, dass Lernhindernisse bereinigt, spezifische Schwächen im Einzelfall behoben und besondere Begabungen der Kinder frühzeitig erkannt und gefördert werden. Hilfreich erweist sich auch ein verstärkter Einsatz von Schulsozialarbeit. Ganztagschulangebote und Speisenangebote für die Kinder sollten flexibler an den Bedarf angepasst werden. Bei Familien und Kindern mit Migrationshintergrund sollte es vorrangiges Ziel der Eltern sein, in Vorbildfunktion deutsche Sprachlernangebote ausgiebigst zu nutzen. Diese Angebote müssen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und dementsprechend nahe gebracht werden.

KoZ: Stichpunkt lebenslanges Lernen: Welche Angebote für Erwachsene und Senioren würden Sie gerne fördern, haben Sie zusätzliche Anregungen?

Henkel: Mit Blick auf die Alterspyramide unserer Gesellschaft benötigen wir verstärkt Angebote für eine altersgerechte Bildungs- und Kulturarbeit. Ältere Menschen und Mitbürger orientieren sich eher an praktischen Lebensfragen und Lernangeboten als an effekthascherischem Eventspektakel. Eine besondere Bedeutung erlangt hier auch die Bereitschaft vieler älterer Menschen, ihre im Leben erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen an jüngere Generationen weiterzugeben. Um diese Verbindung herzustellen und weiter zu verstärken, sollten wir mit Hilfe einer speziell darauf abgestimmten Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit das Zusammenwachsen unserer Gemeinschaft in ihrer Vielfalt unterstützen. Ein vielversprechender Ansatz dazu wäre, neben der hervorragenden Arbeit von z.B. VHS, Bibliotheksarbeit, Mehrgenerationenhäuser, Kolpinghaus, GM-Museum, Haus der Jugend und vieler anderer bestehender Einrichtungen, die Schaffung von dezentralen und eigeninitiativ organisierten Stadtteil-Treffs, wodurch für viele ältere Menschen die Hemmschwelle erleichtert wird, aktiv mitzuwirken und seine Fähigkeiten einzubringen.

KoZ: Das kulturelle Leben ist für die Kleinstädte und Kommunen unseres Landkreises beachtlich: Musik, Literatur, Bildhauer, EFI, Museen, Kunst an Hecken und Zäunen, Kirmes, Stadtfeste… Sehen Sie die Kultur unter- bzw. überbewertet, haben Sie neue Ideen?

Henkel: Hier sollten wir auch in Zukunft besonders darauf achten, weiterhin ein hohes Niveau zu bewerkstelligen und konsequent aufrechtzuerhalten, damit die Kultur nicht in der Beliebigkeit untergeht. Gerade weil wir an den Kreis Bernkastel-Wittlich, als überregionaler, nationaler und internationaler Wirtschaftsstandort, höchste Erwartungen knüpfen wollen, brauchen wir in Bernkastel-Wittlich eine professionelle und höchsten Ansprüchen genügende Kunst- und Kulturarbeit, die sich an diesen Standards messen lassen kann. Die aufstrebenden wirtschaftlichen Mittelzentren des Landkreises benötigen in Relation dazu auch einen Status als Kulturzentren zwischen Trier und Koblenz und sollten diesen Standortvorteil konstant und qualitativ hochwertig ausbauen. Die Kunst- und Kulturarbeit, mit ihren herausragenden Leuchttürmen, bildet einen wichtigen Standortfaktor und dient als Botschafter und Werbemedium, um die Leistungsstärke und Bedeutung unseres Kreises Bernkastel-Wittlich in der Außendarstellung weitreichend bekannt zu machen. Diesen eigentlich unbezahlbaren Effekt sollten wir uns gerne ein bisschen was kosten lassen, ohne kleinlich zu erscheinen und womöglich gar am falschen Ende zu sparen.

Demzufolge benötigen die Städte und Kommunen notwendigerweise fachlich fundierte, wissenschaftlich ausgebildete, hochkompetente und professionelle Leitungspersönlichkeiten der Bildungs-, Kunst-, Kultur-, Museums- und Synagogenarbeit im Kreis Bernkastel-Wittlich.

Das Beispiel Wittlich zeigt eindringlich, daß es einer professionellen Leitung bedarf, was sich ausdrückt in der Besetzung der mit 36000 € dotierten Kulturstelle durch die Kunsthistorikerin, Frau Dr. Caroline Real:

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/wittlich/aktuell/Heute-in-der-Wittlicher-Zeitung-Frau-vom-Fach-fuer-Meistermann-Neustart;art8137,2673982

Genauso wichtig erscheint der Mix von professioneller Spitzenkultur und engagierter und breit angelegter Kultur- und Vereinsarbeit, um so die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich externe Fachleute aus der kommerziellen Kulturindustrie anbieten und einsteigen. Freie Kultur- und Eventveranstalter (wie z.B. die Eifeler Kulturtage) die das kulturelle Programm abrunden und bereichern, haben die Tendenz, sich gerne in ein gemachtes Nest zu setzen und bleiben aus, sollten die primären Grundlagen nicht stimmen, wie man dies konstatieren mußte. In der Regel ergeben sich hier keine direkten Ziele in der kulturpolitischen Bildungsarbeit und es erfolgt keine effektive Grundlagen- und Aufbauarbeit. Das Hauptinteresse der externen Kulturanbieter liegt eher im Bereich von Umsatz und Profit.

KoZ: Zur Bildungs – / Kulturarbeit gehört auch der Freizeitbereich. Was halten Sie von der Vereinsarbeit der Städte und Kommunen unseres Landkreises?

Henkel: Die Vereinsarbeit der Städte und Kommunen in unserem Landkreis Bernkastel-Wittlich ist vielfältig, gut aufgestellt und kennt viele Facetten. Sie wird vorbildlich organisiert und unterstützt, zum großen Teil auch durch viele ehrenamtliche Helfer. Die finanzielle Unterstützung seitens der Städte und Kommunen muss aufrechterhalten und weiter intensiviert werden. Die Vereinsarbeit erzeugt Freude, Wärme, Freundschaft, Solidarität, Engagement und Leistungsbereitschaft. Daraus resultiert ein solides Fundament für das Zusammenwachsen der Gesellschaft und das Leben in der Gemeinschaft. Als Maßstab einer gut funktionierenden Vereinsarbeit gilt die Selbstständigkeit und weitgehende Selbstorganisation, die Freiheit und die Autonomie der Vereine. Hier sollten sich die städtischen und kommunalen Organe, außer helfend und fördernd, nicht einmischen. Das selbe gilt im Übrigen gleichermaßen auch für die Kunst- und Kulturarbeit.

KoZ: Formulieren Sie bitte ein Motto in Bezug auf gelungene Bildungs- und Kulturarbeit.

Henkel: Das Motto für eine nachhaltige und gelungene Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit kann nur heißen: Weg von oberflächlichen Phrasen und hohlen Kulturformeln und hin zu überzeugenden, vielschichtigen und tiefgründig fundierten Denk- und Arbeitsansätzen der Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit, wo der Mensch endlich wieder im Mittelpunkt stehen sollte und nicht die Eitelkeit einer sich selbst inszenierenden Kultur- und Machtpolitik einer machtbesessenen Elite. Weg von Kleingeist und Kulturabbau durch opportunistische und populistische Stimmenfängerei und hin zu Kulturaufbau durch reflektierende und argumentativ differenzierte Haltungen und Positionen.

http://www.youtube.com/watch?v=y5ZdGUa73yw

http://1wittlicher2intelligente3liste.blog.volksfreund.de/2011/02/08/landratswahl-2011-%E2%80%93-frau-merkel-bitte-halten-sie-den-stall-sauber-%E2%80%93-auch-in-der-provinz-wie-schnell-klebt-brauner-mist-an-den-stiefeln-sprechen-sie-ein-machtwort-zur-ethik/

Wittlicher Bildungs- und Kulturmanifest! Interview zu Bildung und Kultur in Wittlich.

Wittlicher Bildungs- und Kulturmanifest !

Interview zu Bildung und Kultur in Wittlich:

Bildung fängt bei den Kleinsten an. Was bedeutet für Sie „optimale Bildungspolitik“ in Bezug auf die städtischen Kindertagesstätten?

Henkel: Gerade bei den Kleinsten erwächst eine große Verantwortung, sowohl für die Eltern als auch für die Solidargemeinschaft als Ganzes, dafür zu sorgen, dass die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden zur Sicherung der Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Kultur. Es sollte ein verpflichtendes Gebot sein, dass alle Kinder das Recht auf umfassende Förderung haben, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, und dass sie an Bildung, Erziehung und Betreuung in Gemeinschaft mit anderen Kindern teilhaben können. Die pädagogische Qualität der Kinderbetreuung muss gesichert werden, d. h. die Kindertagesstätten müssen personell und von den Sachmitteln her großzügig ausgestattet werden. Ein bedarfsgerechtes Netz von Kindertagesstätten in der Stadt und auf dem Land ist nötig, um niveauvolle, vielfältige und wohnortnahe Kindergartenplätze garantieren zu können. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfordert höchste Priorität. Darum brauchen wir ausreichend Ganztagsangebote, möglichst ohne Wartelisten. Die traditionell breitgefächerte Trägervielfalt von öffentlicher und freier Kinder- und Jugendhilfe erfordert ein kooperatives Zusammenwirken und Miteinander von Eltern, Kindertagesstätte, Schule und Jugendhilfe vor Ort. Ein vollwertiges und gesundheitsförderndes Speisenangebot in den Grundschulen und Kindertagesstätten sollte, im Bedarfsfall auch kostenlos, ebenso wie eine altersentsprechende Gesundheitserziehung und –vorsorge, zum allgemeinen Standard erhoben werden.

Die Stadt ist Träger von vier Grundschulen. Sind Sie mit den Konzeptionen zufrieden? Sehen Sie weiteren Handlungsbedarf (Stichpunkte: Immigranten, ADSL-ler, Förderung begabter / wenig begabter Kinder, Ganztagsschule…)

Henkel: Auch bei den Grundschulen gilt: um eine optimale Förderung unserer Kinder zu garantieren, braucht es mehr Personal, damit die Klassenstärken reduziert werden können. Nur so kann man sicherstellen, dass die Lehrerinnen und Lehrer individuell auf die Kinder eingehen, Stärken, Schwächen und Probleme erkennen und effektiv dafür Sorge tragen, dass Lernhindernisse bereinigt, spezifische Schwächen im Einzelfall behoben und besondere Begabungen der Kinder frühzeitig erkannt und gefördert werden. Hilfreich erweist sich auch ein verstärkter Einsatz von Schulsozialarbeit. Ganztagschulangebote und Speisenangebote für die Kinder sollten flexibler an den Bedarf angepasst werden. Bei Familien und Kindern mit Migrationshintergrund sollte es vorrangiges Ziel der Eltern sein, in Vorbildfunktion deutsche Sprachlernangebote ausgiebigst zu nutzen. Diese Angebote müssen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und dementsprechend nahe gebracht werden.

Stichpunkt lebenslanges Lernen: Welche Angebote für Erwachsene und Senioren würden Sie gerne fördern, haben Sie zusätzliche Anregungen?

Henkel: Mit Blick auf die Alterspyramide unserer Gesellschaft benötigen wir verstärkt Angebote für eine altersgerechte Bildungs- und Kulturarbeit. Ältere Menschen und Mitbürger orientieren sich eher an praktischen Lebensfragen und Lernangeboten als an effekthascherischem Eventspektakel. Eine besondere Bedeutung erlangt hier auch die Bereitschaft vieler älterer Menschen, ihre im Leben erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen an jüngere Generationen weiterzugeben. Um diese Verbindung herzustellen und weiter zu verstärken, sollten wir mit Hilfe einer speziell darauf abgestimmten Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit das Zusammenwachsen unserer Gemeinschaft in ihrer Vielfalt unterstützen. Ein vielversprechender Ansatz dazu wäre, neben der hervorragenden Arbeit von VHS, Bibliotheksarbeit, Mehrgenerationenhaus, Kolpinghaus, GM-Museum und vieler anderer bestehender Einrichtungen, die Schaffung von dezentralen und eigeninitiativ organisierten Stadtteil-Treffs, wodurch für viele ältere Menschen die Hemmschwelle erleichtert wird, aktiv mitzuwirken und seine Fähigkeiten einzubringen.

Das kulturelle Leben ist für eine Kleinstadt beachtlich: Musik, Literatur, Bildhauer, EFI, ein Museum, Kunst an Hecken und Zäunen, Kirmes… Sehen Sie die Kultur unter- bzw. überbewertet, haben Sie neue Ideen?

Henkel: Hier sollten wir auch in Zukunft besonders darauf achten, weiterhin ein hohes Niveau zu bewerkstelligen und konsequent aufrechtzuerhalten, damit die Kultur nicht in der Beliebigkeit untergeht. Gerade weil wir an Wittlich, als ein überregionaler, nationaler und internationaler Wirtschaftsstandort, höchste Erwartungen knüpfen wollen, brauchen wir in Wittlich eine professionelle und höchsten Ansprüchen genügende Kunst- und Kulturarbeit, die sich an diesem Standard messen lassen kann. Wittlich als aufstrebendes Mittelzentrum benötigt in Relation dazu einen Status als Kulturzentrum zwischen Trier und Koblenz und sollte diesen Standortvorteil konstant und qualitativ hochwertig ausbauen. Die Kunst- und Kulturarbeit, mit ihren herausragenden Leuchttürmen, bildet einen wichtigen Standortfaktor und dient als Botschafter und Werbemedium, um die Leistungsstärke und Bedeutung unserer Stadt Wittlich in der Außendarstellung weitreichend bekannt zu machen. Diesen eigentlich unbezahlbaren Effekt sollten wir uns gerne ein bisschen was kosten lassen, ohne kleinlich zu erscheinen und womöglich gar am falschen Ende zu sparen.

Demzufolge benötigt die Stadt notwendigerweise eine fachlich fundierte, wissenschaftlich ausgebildete, hochkompetente und professionelle Leitung der Bildungs-, Kunst-, Kultur-, Museums- und Synagogenarbeit in Wittlich. Genauso wichtig erscheint der Mix von professioneller Spitzenkultur und engagierter und breit angelegter Kultur- und Vereinsarbeit, um so die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich externe Fachleute aus der kommerziellen Kulturindustrie anbieten und einsteigen. Freie Kultur- und Eventveranstalter (wie z.B. die Eifeler Kulturtage) die das kulturelle Programm abrunden und bereichern, haben die Tendenz, sich gerne in ein gemachtes Nest zu setzen. Sie bleiben aus, sollten die primären Grundlagen, sprich: professionelle Bildungs- und Kulturarbeit,  nicht stimmen. In der Regel verfolgen externe Kulturanbieter keine direkten Ziele in der kulturpolitischen Bildungsarbeit und es erfolgt keine effektive Grundlagen- und Aufbauarbeit. Das Hauptinteresse der externen Kulturanbieter liegt eher im Bereich von Umsatz und Profit.

Zur Bildungs – / Kulturarbeit gehört auch der Freizeitbereich. Was halten Sie von der Vereinsarbeit der Stadt?

Henkel: Die Vereinsarbeit in Wittlich ist vielfältig, gut aufgestellt und kennt viele Facetten. Sie wird vorbildlich organisiert und unterstützt, zum großen Teil auch durch viele ehrenamtliche Helfer. Die finanzielle Unterstützung seitens der Stadt muss aufrechterhalten und weiter intensiviert werden. Die Vereinsarbeit erzeugt Freude, Wärme, Freundschaft, Solidarität, Engagement und Leistungsbereitschaft. Daraus resultiert ein solides Fundament für das Zusammenwachsen der Gesellschaft und das Leben in der Gemeinschaft. Als Maßstab einer gut funktionierenden Vereinsarbeit gilt die Selbstständigkeit und weitgehende Selbstorganisation, die Freiheit und die Autonomie der Vereine. Hier sollten sich die städtischen Organe, außer helfend und fördernd, nicht einmischen. Das selbe gilt im Übrigen gleichermaßen auch für die Kunst- und Kulturarbeit.

Formulieren Sie bitte ein Motto in Bezug auf gelungene Bildungs- und Kulturarbeit.

Henkel: Das Motto für eine nachhaltige und gelungene Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit kann nur heißen: Weg von oberflächlichen Phrasen und hohlen Kulturformeln und hin zu überzeugenden, vielschichtigen und tiefgründig fundierten Denk- und Arbeitsansätzen der Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit, wo der Mensch endlich wieder im Mittelpunkt stehen sollte und nicht die Eitelkeit einer sich selbst inszenierenden Kultur- und Machtpolitik, personifiziert durch eine machtbesessene Elite. Weg von Kleingeist und Kulturabbau durch opportunistische und populistische Stimmenfängerei und hin zu Kulturaufbau durch reflektierende und argumentativ differenzierte Haltung und Position.