Wittlich: Wahnsinnsprojekt Stadt am Fluss, Platz an der Lieser – Fundamentalkritische Analyse und Schwächen des Projekts

Wittlich: Wahnsinnsprojekt Stadt am Fluss, Platz an der Lieser – Fundamentalkritische Analyse und Schwächen des Projekts

Erst einmal zum Mitschreiben:

Ganze 7 Sätze = 1/3 Seite von insgesamt mehr als 60 Seiten in der BGH Plan Studie behandeln lapidar das Kernprojekt: Umgestaltung des Platzes an der Lieser – Mauerbruch auf 20m – Treppen – Änderung der Verkehrsführung – mobiler Hochwasserschutz:

http://www.wittlich.de/fileadmin/download/leben_und_wohnen/Lieserufer/Aufwertung_Lieserufer_Endfassung_2014-05-21.pdf

http://www.bghplan.com/de/projekte/item/142-wittlich-aufwertung-des-lieserufers.html

“ Die Variante mit dem größten Aufwand aber auch mit der größten Wirkung ist die Öffnung des Platzes an der Lieser zum Fluss hin. Öffnung vom Ufer bis auf den Platz an der Lieser mit einer Verlagerung des Verkehr. Die Verkehrsführung müsste entweder im Randbereich um den Platz herum erfolgen (evtl. als Einbahnstraße) oder weiträumig umgeleitet werden.“

* Je großzügiger die Öffnung gestaltet wird, desto sichtbarer wird die Lieser und umso näher rückt der Fluss in die Stadt. Abhängig vom Ausmaß der Öffnung kann diese stufenweise vom Niveau der Feldstraße bis hinunter auf das Niveau der Lieser erfolgen. Dabei sind die oberen Stufen großzügig auszulegen, so dass noch eine gastronomische Nutzung stattfinden kann.

* Ebenfalls könnte neben einer optischen auch eine ökologische Aufwertung des Ufers im Bereich der geöffneten Hochwasserschutzmauer erzielt werden. Mit der teilweisen Rückverlagerung des Hochwasserschutzes würde für die Lieser zusätzlicher Retentionsraum bei Hochwasser geschaffen werden und die Ufergestaltung könnte naturnäher ausgeführt werden. 

* Konflikte:  Der Hochwasserschutz wäre bei allen Varianten, die eine Veränderung der Hochwasserschutzmauer bedingen, mittels mobiler Hochwasserschutzwände zu ergänzen, da das Geländeniveau des Platzes an der Lieser unterhalb des Niveaus der aktuellen Hochwasserschutzmauer liegt. Ebenfalls ist für den Stadt Wittlich – Aufwertung Lieserufer – Erläuterungsbericht geöffneten Bereich der Hochwasserschutzmauer eine Abdichtung des Untergrundes vorzunehmen, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten.“ 

Mein Kommentar:

Visualisierungen, 3D-Modelle oder gar ein Miniaturmodell der Endfassung des Projektes und des Platzes an der Lieser: Fehlanzeige !!! Gar nix !!!!! Niente !!!! Ähhh? Warum ???? Ein Drittel Seite des Projektes von mehr als 60 Seiten: Reicht nicht !!!! Abgelehnt !!!!

Statt dessen eine unklare und schwammige Retouche-Zeichnung, die rein gar nichts Konkretes aussagt:

„Durch die Umgestaltung des Uferbereiches „Platz an der Lieser“, die Abflussoptimierung im Bereich der Altstadtbrücke sowie die Renaturierung des Rommelsbaches soll der Hochwasserschutz im Innenstadtbereich der Lieser verbessert werden und gleichzeitig die Beziehung der Stadt zum Fluss gestärkt werden.

Eine zum Verweilen ausgebaute Stufenanlage stellt die Verbindung zur Lieser wieder her.

Der Hochwasserschutz steht dabei an 1. Stelle. Mobile Hochwasserschutzelemente entlang der Stufenanlage sollen künftig für einen effektiven und schnell einsetzbaren Schutz gegen Hochwasser bieten.

Die Abgrabungen im Sohl- und Uferbereich der Lieser schaffen zusätzlichen Raum für den Fluss. Mit der Renaturierung des Rommelsbaches wird dessen Mündung in die Lieser aufgeweitet und das Bachbett in die Neugestaltung eines Wasserspielplatzes integriert. Der Entwurf zur Aufwertung des Lieserufers wurde im Juli 2016 vom Stadtrat beschlossen. Die wasserrechtliche Genehmigung der SGD-Nord zur Umsetzung der Maßnahme liegt vor.“

Soweit die Darstellung des Projektes seitens der BGH Plan Trier.

Dies sind die bis dato einzigen gelieferten Fakten für das ominöse Projekt: Stadt am Fluss, Patz an der Lieser. Und das ist herzlich wenig, was hier dargestellt wird.

Im Folgenden gehe ich auf die einzelnen dargestellten Punkte und deren offensichtliche Schwächen ein:

1.) „Es könnte (Konjunktiv!) eine ökologische Aufwertung des Ufers im Bereich der geöffneten Hochwasserschutzmauer erzielt werden.“

Mein Kommentar: absoluter Unsinn und „Verarsche!“ Was hat eine geöffnete Hochwasserschutzmauer, bitte schön, mit „ökologischer Aufwertung“ zu tun?? Gar nix !!!! Glauben Sie mir: grober Unfug!!!!! Optisch: möglicherweise. Das ist aber auch Alles!!! Optik ? Aber zu welchem Preis !

2.) „Die Ufergestaltung könnte naturnäher ausgeführt werden.“

Mein Kommentar: Totaler Quatsch !!!!! Wie, bitte schön, soll eine Ufergestaltung mit einer Treppe „naturnah“ ausgeführt werden. Ist eine Steintreppe Natur bzw. naturnah?

Darf man mal lachen? Das ist ein schlechter Witz !!!!!! Sonst nix !!!!

3.) „Bei einer Öffnung des Platzes sind die oberen Stufen großzügig auszulegen, so dass noch eine gastronomische Nutzung stattfinden kann.“

Mein Kommentar: Vollkommener Unsinn !!!!!! Erst einmal gibt es schon eine Gastronomie mit Freisitz direkt am Platz an der Lieser. Diese wird durch die dramatische Annäherung des fließenden Verkehrs, zur Stadt hin, an diese Gastonomie und die damit verbundene dramatische Reduzierung des Platzes an der Lieser extrem behindert und verliert jeglichen Charme und Reiz. Wollen Sie wirklich direkt neben dem fließenden Verkehr ausharren und ein Bier trinken??? Auf der dahinter geschaffenen Platte mit Treppen wird es mit Sicherheit keinen weiteren Raum für eine ansprechende Gastronomie geben. Höchstens vielleicht eine Frittenbude !!!!!!! (Machen wir jetzt aus der Porta `ne Frittenbud, oder wat!!!!)

4.) „ Mit der teilweisen Rückverlagerung des Hochwasserschutzes würde für die Lieser zusätzlicher Retentionsraum bei Hochwasser geschaffen werden.“

Mein Kommentar: Totaler Schwachsinn !!!! Verarsche !!!!!! Retentionsraum bedeutet Rückzugsraum für das Wasser. Jetzt mal meine Frage? Wohin soll sich das Wasser denn angeblich hin zurückziehen? Vielleicht in die Innenstadt? Hä?

Selbst wenn man den mobilen Hochwasserschutz rückverlagert, d.h. sukzessive auf die Treppen, dann erreicht man damit mit absoluter Sicherheit keinen zusätzlichen Retentionsspielraum !!!! Was für ein Quatsch !!!!! Erstens mal ist das eine absolut zu vernachlässigende Grösse (max. ein, zwei drei Kubikmeter Wasser, spielt bei Hochwasser gar keine Rolle!!!!), zum zweiten müsste man dann bei steigender Flut sukzessiv den mobilen Hochwasserschutz rückführen, was wiederum Quatsch ist und zum dritten würde man sich damit ein noch viel größeres und gravierenderes Problem an den Hals hängen:

Sollte es einmal bei der Frühjahresschneeschmelze zu einer dramatischen Häufung von Eisbruchschollen zusammen mit Schwemmholz kommen, dann rammelt diese gesamte Masse gegen die frontale Treppenmauer an der Brücke, staut sich zurück, stapelt sich gegen den mobilen Alu-Hochwasserschutz und rammelt diesen in Grund und Boden, was zu einem Dammbruch führt mit verheerenden Auswirkungen. Glauben sie mir. Ausserdem gibt die BGH Plan Skizze ja dezidiert auch selbst noch zu bedenken, dass „das Geländeniveau des Platzes an der Lieser unterhalb des Niveaus der aktuellen Hochwasserschutzmauer liegt.“

Aus allen diesen oben genannten Gründen ist meines Erachtens sowieso davon auszugehen, dass der mobile Hochwasserschutz nicht rückverlagerbar, sondern nur und ausschliesslich vorne (die jetzige Mauer im Flutfall ersetzend) angebracht werden kann und somit null Retention darstellt. In den Plänen der BGHPlan reine Makulatur und Schönfärberei!!!!!!!! „Hochwasserschutz im Innenstadtbereich verbessert“ – Hä? Schwachsinn, reines Wunschdenken, „Verarsche“ und Beruhigunspille für die nicht informierten Bürger, sonst gar nix !!!!!!!

Frage: Wo sind Berechnungen oder Sonstiges seitens der BGH Plan Trier aufgeführt? Wo sind Modellstudien und Worst-Case Szenarien behandelt? Gar nix!!!! Niente !!!!! Fehlanzeige !!!!! Es ist mir ein Rätsel, wie die Wasserbehörde so einen Mist genehmigen kann !!!!!!!  Übrigens, rechts der Lieser ist ein Steilhang und der kann sowieso nicht als Retentionsraum angeführt werden.

5.) Kommen wir jetzt zu der, von der BGH Plan propagierten, angeblichen „Abflussoptimierung im Bereich der Altstadtbrücke sowie zu der angeblichen Renaturierung des Rommelsbaches“.

Mein Kommentar: Was, bitte schön, wurde denn angeblich an der Rommelsbach renaturiert? Lediglich die letzten paar Meter der Rommelsbach wurden dem Rohrdurchfluss entzogen !!!!!! Das ist kurz und schmerzlos die einzigste so genannte „Renaturierung“. Wie kann man dies Renaturierung nennen? Wenn man dann daraus einen Badespielplatz macht, der direkt mit Natur bzw. mit „Renaturierung“ rein gar nichts, aber auch null zu tun hat.

Es ist eine absolute Frechheit und ein Schlag ins Gesicht jedes Naturliebhabers, ein solches Vorgehen als „Renaturierung“ zu bezeichnen. Diese Menschen wissen offensichtlich gar nicht, was Renaturierung bedeutet, bzw. sie wissen mit dem Begriff gar nichts anzufangen. Das ist mehr als ärgerlich, wenn man bedenkt, dass der amtierende Bürgermeister ja eigentlich Förster ist und hier mit Schlagworten um sich schmeisst, die mit nichts zu begründen sind. Das finde ich armselig und traurig !!!!!

Dazu muss ich natürlich sagen, dass meine Kritik diesen Bereich seitens der Rommelsbach eigentlich gar nicht berührt, wie ich eindeutig klar gestellt habe. Mit anderen Worten habe ich persönlich nichts einzuwenden gegen das Rommelsbach-Projekt, sondern ausschliesslich gegen das „Platz an der Lieser  – Zerstörungs- und Mauer-Projekt“. Trotzdem kotzt es mich an (sorry, muss ich mal sagen), dass man die Bürger mit solch dümmlichen Schlagwörtern einzulullen und zu vergackeiern versucht. Abgesehen davon: Was ist, wenn durch die neugeschaffene Öffnung der Rommelsbachmündung nun doch im Hochwasserfall die Flut hochschleicht bis zur Schule, Kindergarten und Parkplatz. Dann kommt das Wasser sogar offiziell über die Lieserbrücke wieder zurück in die Stadt gelaufen? Denkt mal drüber nach!!!!

6.) Kommen wir jetzt zu den ominösenAbgrabungen im Sohl- und Uferbereich der Lieser“, die angeblich „zusätzlichen Raum für den Fluss schaffen“.

Meine Antwort: Geht`s noch ??? Voller Schwachsinn !!!!!! Wie will man, bitte schön, im Bereich der Lieser an der geplanten Maueröffnung mit Treppe durch ominöse Abgrabungen im Sohl- (=Uferbett) und Uferbereich zusätzlichen Raum für den Fluss schaffen??? Das ist Schwachsinn in der absoluten Reinstform !!!!!!!!

Jeder Laie weiss bzw. kann sich denken, dass, wenn ich das Uferbett ausbaggere, damit in keinster Weise der Wasserspiegel des Baches abgesenkt werden kann. Spätestens an der Brücke führt dies zum automatischen Rückstau und damit zur Re-Nivellierung des vorhergehenden Wasserspiegels.

Hallo????? Was ist das denn ???? Das ist ja Voll-„Verarsche“ und wird ja immer doller!!!!!!!. Ausserdem rutscht sowieso der Flusskies nach und nivelliert das Flussbett in kürzester Zeit. Also mehr Schwachsinn geht wirklich nicht, das sieht sogar jeder Laie ein !!!!!! Auf der anderen Uferseite kann man sowieso nichts mehr abgraben und bei der Treppe eh´ nix. Also: Was soll das?

7.) Übrigens: Aus gut informierten Kreisen habe ich erfahren, dass das gesamte Projekt: Stadt am Fluss lediglich deswegen genehmigt wurde, sowohl wasserrechtlich als auch finanztechnisch, weil die Grüne Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Frau Höfken, einen Deal mit Frau Klöckner gemacht habe, um dem Herrn Rodenkirch sein visionäres Projekt und Denkmal zu ermöglichen, damit er als „visionärer“ Architekt in die Geschichte eingeht und wieder gewählt wird.

Die Grünen hätten das Projekt zähneknirchend durchgewunken, um damit ein anderes wichtiges Projekt durch zu bekommen, was sonst gescheitert wäre. Sehr interessant, was man da so alles hinten rum erfährt !!!!!!!!!!! Nicht wahr ?

Da es zur Zeit in Mainz keinen adäquaten Posten für Herrn Rodenkirch gibt und seine Personalie dort momentan nicht gefragt ist, zieht man es vor, Rodenkirch unterdessen noch ein zwei Jahre als Bürgermeister in Wittlich zu „parken“, bis dann eventuell möglicherweise ein Posten frei wird.

Offensichtlich verfüge ich über weit bessere Quellen, als die lokale Presse, die sich völlig unbedarft zeigt, den Kopf in den Sand steckt und ihre Informationspflicht vernachlässigt, möglicherweise im Auftrag gewisser Kreise des lokalen Establishments.

Ich fordere den amtierenden Bürgermeister, Herrn Rodenkirch auf, sich nun endlich nicht weiter tot zu stellen und aus seiner feigen Deckung herauszukommen, um die Bürger pflichtgemäss über die hier geschilderten Umstände zu informieren und sich einem Wahlkampf auf Augenhöhe mit seinen Bürgen und seinem Herausforderer zu stellen.

Ich werde zum jetzigen Zeitpunkt nicht mein ganzes Pulver verschiessen, sondern ich werde meine Asse im Ärmel behalten und zum gegebenen Zeitpunkt, wohl dosiert, bis kurz vor der Wahl, meine Trümpfe aufspielen. Und glauben Sie mir, ich habe noch einige Asse im Ärmel.

Sie glauben gar nicht, wie schnell die Stimmung kippt in der Stadt, wenn der Bürgermeister jetzt nicht reagiert. Das haben wir doch alles schon erlebt mit der Karrstrasse. Der Bürgermeister treibt ein gefährliches Spiel, wenn er glaubt. dies unterschätzen zu müssen. Warum ist er beratungsresistent? ich habe doch nun wirklich schon viele Vorschläge zur Güte getan. Irgendwo sind Grenzen, das sagt u.a. auch Seehofer.

Weiterhin wurde mir aus gut unterrichteten Kreisen zugetragen, dass die beteiligte Trierer Firma BGH Plan nicht unbedingt sehr froh ist mit dem Auftrag, den sie durchführen soll, da im Falle eines Fehlschlages durch Entfernen der Hochwasserschutzmauer mit Flutfolgeschäden ein hoher Entschädigungsbetrag auf sie zu käme, der in dem Fall nicht mehr durch höhere Gewalt erklärbar ist, sondern hausgemacht ist.

Die Stadt wird dann schnell versuchen, sich aus der Verantwortung zu ziehen. (Planungsmängel etc.) Über solche Sachen ist schon manche Firma bös gestolpert und bankrott gegangen !!!!! Besser Finger weg von solchen Sachen !!!!!!! Man muss ja nicht alles mitmachen !!!!!!!! Lieber mal einen faulen Auftrag sausen lassen. Ist manchmal viel gesünder. Alte Bauernweisheit !!!

Zu allem Überfluss wirbt man sogar noch mit angeblicher „Barrierefreiheit“. Man ist sich wirklich für nix zu schad`!!!! Wie soll, bitte schön, ein Rollstuhlfahrer die Treppen hinunter zur Lieser bewältigen? Schon die Querung der belebten Feldstrasse wird für Viele eine Qual. Es sei denn, man hätte noch einen Aufzug bis zur Lieser und eine barrierefreie Querungsbrücke (wer soll das bezahlen?) vorgesehen.

Ich denke einmal mehr gemeinsam mit Ihnen, verehrtes Publikum: mehr „Verarsche“ und mehr „Sinnentleerung“ von Schlagwörtern in nur 7 Sätzen geht gar nicht! Oder ist das etwa der „Zeitgeist“ der „alternativen Fakten“ im postfaktischen Zeitalter ?

Verehrte Bürger, mal ganz unter uns, bitte gehen Sie zur Wahl am 12. März diesen Jahres. Und bitte wählen Sie diesmal Henkel. Das ist Ehrensache !!!!!!!!

PS: Jetzt wird der Eine oder Andere sagen:“Ja, aber diese Technik mit diesen mobilen Hochwasserschutzwänden, die gibt es doch auch in Köln und anderswo. Das hat sich doch bewährt, etc.“ Ja gut, aber die machen das aus der Not heraus, weil dort grosse Uferflächen vor dem Strom geschützt werden müssen. Die machen das mit Sicherheit nicht aus Spass.

Hier reisst man freiwillig und ohne Not die Schutzmauern ab, beseelt von der vagen Hoffnung, dass es irgendwie schon gut geht. Das ist der kleine, aber feine Unterschied, den es zu beachten gilt. Keiner würde dort freiwillig Schutzmauern abreissen. Möglicherweise geht das ja auch ein paar Jahre gut, aber irgendwann kommt der Hammer und dann das grosse Gejammer. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es geht dann nicht mehr darum, ob was passiert, sondern nur noch darum, wann was passiert.

Ich persönlich empfehle der Stadt Wittlich jetzt schon, den neuen Bademeisteranwärter, der jetzt aktuell per Stellenausschreibung gesucht wird, sinnigerweise am neu geschaffenen Badespielplatz an der Rommeslsbachmündung einzusetzen, um sicher zu stellen, dass bei gehobenem Wasserstand, auch im Sommer, nicht irgendwelche unvorsichtigen Kleinkinder von der Strömung erfasst und flussabwärts abgetrieben werden. Sorry, ich muss das leider so deutlich aussprechen, weil es so ist wie es ist.

Wenn Herr Rodenkirch in seinem aktuellen Interview mit dem Wittlicher Wochenspiegel auf die Frage: „Was halten Sie von Ihrem Herausforderer, dem Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Wittlich, Stephan Henkel?“ antwortet: „Das ist Demokratie.“, dann kann man das so verstehen, dass er meint: „Das ist leider Demokratie.“, also „demokratie-feindlich“ gesinnt interpretiert, oder man könnte im positiven Sinne den kryptischen Satz des Bürgermeister im positiven Sinne auch so verstehen, dass er meint: „Ja schauen Sie mal, das ist gelebte Demokratie in unserer schönen Stadt Wittlich.“

Da ich ein eher positiv motivierter Mensch bin, will ich das einmal gnädigerweise im letzteren Sinne verstanden wissen und kann somit dem Bürgermeister in dieser Frage ausnahmsweise einmal den Rücken stärken, wenn ich mich denn nicht irren sollte, was die geäusserte Intention betrifft, ohne jetzt naiv zu erscheinen.

Möglicherweise haben gewisse Kreise zwischenzeitlich einen Kodex erschaffen, der gewisse ethische Grundsätze ins Gegenteil zu verkehren sucht, was aufgrund meiner Loyalität zu den Werten unserer christlich-abendländischen Kultur nicht in mein Weltbild zu passen scheint. Gegen Heimtücke und Zersetzung ist leider bis dato noch kein Kraut gewachsen.

Jetzt komme ich aktuell zu sprechen auf den im selben Artikel des Wochenspiegels geäusserten Anspruch des amtierenden Bürgermeisters auf die „Evolution“. Ich bin froh, hier einen vertretbaren Ansatz auf Opposition gefunden zu haben, in dem dass ich, konträr zu dem Ansatz des amtierenden Bürgermeisters, den Anspruch auf „Revolution“ vertreten möchte. Revolution in dem Sinne, dass in unserer Stadt endlich ein Politikwechsel ermöglicht wird, der die sogenannten etablierten Eliten dazu bringt, gemeinsam mit allen Bürgern unserer Stadt, eine humane und an den Bedürfnissen aller Bürger orientierte, dem Gemeinwohl verpflichtete, Stadtpolitik zu betreiben, die nicht nur Cliquen, Eigeninteressen und Egoismen bedient, sondern im Gegenteil die vielfältigen und gemeinsamen Interessen aller Bürger unserer Stadt angemessen berücksichtigt. Jawohl !

Interessanterweise bedeutet „Revolution“ im historischen Kontext betracht gleichwohl immer auch „Evolution“, weil Revolution irgendwann zwangsläufig immer einen historisch evolutiven Charakter entwickelt, der die historische Revolution zu einem prägenden evolutiven Faktor macht, der im günstigsten Fall die Entwicklung, bzw. den Fortschritt, vorantreibt, so dass man sich hier gegebenenfalls, wenn auch unter verschiedenen Prämissen, irgendwann am gleichen Punkt treffen könnte, wohlwollend betrachtet.

 

Wittlich: Baustopp am Platz an der Lieser – Kundgebung Fr., 10.02.2017

Kundgebung des Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Wittlich, Stephan Henkel, am Platz an der Lieser am kommenden Freitag, 10. Februar 2017 um 17 Uhr.  Aktion: Rettet die Bäume und den Lieserplatz !!!!!!!

Alle interessierten Bürger der Stadt Wittlich, der Verwaltung und des Stadtrates sowie Presse sind eingeladen. Bitte um zahlreiches Erscheinen.

Aktuelles Thema: Dringende Bitte um einen einstweiligen, zeitlich befristeten Baustopp (bis nach der Bürgermeisterwahl am 12. März) am Platz an der Lieser (betrifft nicht das gegenüberliegende Projekt an der Rommelsbach) für das:

Projekt: Wittlich – Stadt am Fluss: Aufwertung des Lieserufers – Im Mai 2016 im Wittlicher Stadtrat beschlossen, geplant von: umweltplanung und landschaftsarchitektur gmbh

http://www.wittlich.de/fileadmin/download/leben_und_wohnen/Lieserufer/Aufwertung_Lieserufer_Endfassung_2014-05-21.pdf

Es folgen nun die Begründung und die Hintergründe für die geplante Aktion und die Kundgebung.

https://www.facebook.com/events/742587392572153/

https://www.facebook.com/stephhenkel

 

Wittlich – Bürgermeisterwahl – 2017: DEAL OR NO DEAL ? This is the question.

Wittlich – Bürgermeisterwahl 2017: DEAL OR NO DEAL, This is the question. Best Case und Worst Case Szenarien rund um die Wittlicher Bürgermeisterwahl.

Aus aktuellem Anlass möchte ich nun, wie versprochen, meine Neujahrsansprache und das darauf folgende moralische Angebot an die Bürger und Wähler der Stadt Wittlich fortsetzen. (Damit Sie den Text ganz lesen, habe ich das Wichtigste nach unten gepackt).

Wie in dem Artikel vom 25.01.2017 von Frau Sünnen im Trierischen Volksfreund erwähnt, bleibt es nun „mangels weiterer Bewerber bei der Wahl zwischen Henkel und Rodenkirch“ am 12. März 2017.

Weiter erwähnte Frau Sünnen, dass “ der ehemalige Forstbeamte sich 2009, damals noch parteilos, gegen weitere fünf Kandidaten, darunter auch Henkel, im ersten Wahlgang mit 59,35 Prozent durchgesetzt hatte“.

Herr Rodenkirch war damals parteiloser Kandidat, der in Wittlich eingeführt wurde von seinem politischen Mentor, dem ehemaligen FDP-Wirtschaftsminister Dr. Hans Friderichs. Zu diesem Zeitpunkt ging man noch davon aus, dass sich Herr Rodenkirch in der Folge gegebenenfalls für eine Mitgliedschaft in der FDP entscheiden würde. Ob dies dann im weiteren Verlauf doch nicht opportun erschien, oder ob in der Tat politische Gesinnungsgründe für seine Entscheidung für eine folgende CDU-Mitgliedschaft verantwortlich sein mögen, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

Ich war damals ebenfalls parteiloser Kandidat, allerdings mit SPD-Parteibuch, parteilos lediglich deswegen, weil die Wittlicher Partei-Oberen der SPD mir die Gefolgschaft der Partei, wie bekannt, aus eher fadenscheinigen Gründen, vorenthalten haben.

Ob dies letztendlich damals zu einem gravierend anderen Wahlergebnis geführt hätte, kann heute nicht mehr zweifelsfrei rekonstruiert werden, erscheint aber eher unwahrscheinlich und ist in der Sache heute unerheblich.

Die Vorstellung, auch einmal in Wittlich, eingefahrene Wege zu verlassen und mit Mut zum Risiko auch einmal einen Kandidaten zum Bürgermeister zu wählen, der eben nicht mit dem politischen Establishment verbandelt ist, wie das Beispiel Trump in Amerika zeigt, wäre vielleicht eine spannende Alternative für viele Bürger in der Stadt Wittlich, mal frischen Wind zuzulassen und sich über unkonventionelle Lösungen in der Stadtpolitik zu erfreuen.

Wenn, hätte, wäre (Konjunktiv): Ich sage Ihnen ganz ehrlich. Wenn ich damals, 2009, zum Bürgermeister der Stadt Wittlich gewählt worden wäre, würde ich heute mit Sicherheit irgendwo in Mainz oder in Berlin an verantwortlicher Stelle ein höheres Amt ausführen.

Damals, 2009, hatte ich noch diesen politischen Ehrgeiz. Ich hätte damals diese Position genutzt, um politisch weiter zu kommen und womöglich politisch Karriere zu machen, wie z.B. der ehemalige Bürgermeister aus Würselen, Herr Martin Schulz. Immerhin habe ich lange Jahre Politikwissenschaft studiert und das ist mein gelernter Beruf.

Heute, 8 Jahre später, habe ich diesen Ehrgeiz aufgegeben und würde mich ohne weiteres mit der Funktion des Bürgermeisters der Stadt Wittlich begnügen, ohne weitergehende politische Ambitionen. Das heißt aber auch, dass ich mich voll auf dieses Amt konzentrieren und meinen Ehrgeiz demzufolge ausschließlich auf dieses Amt konzentrieren würde, zum Wohle aller Bürger dieser unserer Stadt Wittlich.

Darum verstehe ich persönlich, ehrlich gesagt, nicht, warum der amtierende Bürgermeister der Stadt Wittlich, Herr Rodenkirch, (der ja einige Jahre jünger ist als ich), nicht seine vielgepriesenen persönlichen, politischen und rhetorischen Talente einsetzt, um an geeigneter Stelle politisch aktiv zu werden und seine politische Karriere zu verwirklichen, anstatt sich weiter um das Bürgermeisteramt der Stadt Wittlich zu bewerben und so den Weg frei zu machen, wie es z.B der Vorsitzende der SPD, Herr Gabriel, mit der Kandidatur von Herrn Schulz aktuell vorgelebt hat.

Einfach mal jemand anderem den Vortritt lassen, um dann selber z.B. Aussenminister o.ä. zu werden. Das wäre ein wichtiges politisches Signal in Wittlich und politisch korrekt in den Augen vieler Bürger.

Sollte der amtierende Bürgermeister der Stadt Wittlich, Herr Rodenkirch allerdings in der Tat keine weiter gehenden politischen Ambitionen haben und weitere 8 Jahre als Bürgermeister der Stadt Wittlich zur Verfügung stehen wollen, dann ist dies selbstverständlich absolut legitim, sollte aber so auch dem Bürger vermittelt werden.

Ich persönlich musste in meinem bisherigen Leben auch einsehen, dass nicht alles zugleich möglich ist, was bisweilen auch eine gute Lektion sein kann. Fakt ist, dass die Bürger wahrheitsgemäß aufgeklärt werden wollen, dass sie wahrheitsgemäß informiert werden und dass mit offenen Karten gespielt wird, damit keine Unklarheiten aufkommen.

Ich persönlich könnte mir durchaus verschiedene Szenarien vorstellen, die entweder in einem einvernehmlichen Deal resultieren, der allen beteiligten Parteien und auch den Wittlicher Bürgern gerecht wird (best case oder win-win scenario), oder (worst case scenario)=kein Deal letztendlich zum Nachteil aller beteilgten Parteien und der Bürger. Dazwischen gibt es wahrscheinlich nichts wirklich Brauchbares.

1.) Best-Case oder Win-Win-Szenario:

Der amtierende Bürgermeister der Stadt Wittlich erhält einen Ruf in ein höheres Amt in Mainz und verzichtet demzufolge auf eine weitere Kandidatur in Wittlich zugunsten seines einzigen Mitbewerbers Stephan Henkel.

Folge: dem amtierenden Bürgermeister wäre mit einer höheren Position in Mainz gedient. Er könnte sich dort auf seine politische Karriere konzentrieren. Er könnte Frau Klöckner bei der Herbeiführung eines Regierungswechsels in Rheinland-Pfalz bei der nächsten Landtagswahl tatkräftig unterstützen und sich die Option auf ein dann zu erwartendes Ministeramt in einer möglichen Landesregierung unter der Führung von Frau Klöckner sichern. Tolle Aussichten für Herrn Rodenkirch.

Ausserdem könnte Herr Rodenkirch an geeigneter Stelle im Ministerium in Mainz auch sehr viel Unterstützungsarbeit für Wittlich und für die Region leisten, was letztendlich allen Wittlicher Bürgern zugute käme. Hört sich doch gut an.

Herr Rodenkirch müsste dafür lediglich ein kleines Opfer erbringen, in dem dass er den Wittlicher Bürgern, im Einvernehmen mit seinem Mitbewerber, in dem Fall ich, mitteilt, dass die Wittlicher Bürger bei der Wahl am 12. März bitte nicht ihn, sondern Herrn Henkel zu seinem Nachfolger wählen, da er ja einen neuen Posten in Mainz antritt und so als Bürgermeister nicht mehr zur Verfügung steht. So könnten wir uns einen aufreibenden Wahlkampf mit all seinen politischen Spitzen ersparen und uns gemeinsam, einvernehmlich und konstruktiv auf die wichtigen Sachthemen der Wittlicher Lokalpolitik für die nächste Legislatur konzentrieren, was für die Stadt und für alle Bürger sinnvoll erscheint.

Die Bürger folgen der Empfehlung des Herrn Rodenkirch und wählen demzufolge am 12. März den neuen Bürgermeister Stephan Henkel. Herr Rodenkirch wahrt sich somit seine Pensionsansprüche, in dem er pro forma erneut zur Wahl antritt, gestaltet aber gleichzeitig einen sauberen Übergang und Machtwechsel in Wittlich zum Wohle aller Bürger und zum Wohle seiner eigenen politischen Karriere.

So erhalten die Wittlicher Bürger zum Einen einen neuen und kompetenten Bürgermeister, der mit Unterstützung seines Amtsvorgängers einvernehmlich die Konzeption und die Planungssicherheit für die nächsten 8 Jahre garantiert, und zum Anderen ermöglichen die Bürger Herrn Rodenkirch (in dem sie ihn frei geben), sich an geeigneter höherer Stelle zu profilieren und somit Wittlich und die Region in Mainz oder vielleicht sogar irgendwann in Berlin zu fördern und zu repräsentieren.

Mal ganz ehrlich: Dies wäre mit Abstand die beste aller möglichen Lösungen, eine absolute Win-Win-Situation und ein mutiger, generöser und sogar genialer Schritt des noch amtierenden Bürgermeisters, Herrn Rodenkich. Ich persönlich denke einmal mehr, dass Herr Rodenkirch gut beraten wäre, wenn er denn dieses Angebot wahrnähme.

https://www.facebook.com/stephhenkel

Landratswahl 2011 – Böse Attacke auf demokratische Institutionen vom Kommentator des Trierischen Volksfreund, des Herrn Redakteur Lars Ross!

Böse Attacke des Herrn Ross vom TV!  Was nun Herr Ross? – Lachen oder Weinen?

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/wittlich/kurz/Kurz-Witz-der-Wahl;art8138,2655488

Böse Attacke auf demokratische Institutionen vom Kommentator des Trierischen Volksfreund, des Herrn Redakteur Lars Ross. Was nun Herr Ross? – Lachen oder Weinen?

Aufruf an alle Demokraten in unserem Land:

Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrte Unterstützer,
Sehr geehrte Wählerinnen und Wähler des Kreises Bernkastel-Wittlich,

Es wird ein bißchen schwierig werden nach dem unsäglichen Kommentar des Herrn Lars Ross im Volksfreund vom letzten Wochenende noch Unterstützungsunterschriften zu erhalten.

Was sagt eigentlich der Kandidat der Freien Wähler, Herr Kanwischer zu der bösen Attacke neben seinem Konterfei?

Wie steht die Beauftragte des Kreiswahlleiters zu diesem verfassungsfeindlichen, verleumderischen und so gar nicht auf der Grundlage der freiheitlichen demokratischen Grundordnung gemäß der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland stehenden Kommentar des Herrn Lars Ross vom TV?

Was sagt die Landrätin, Frau Beate Läsch-Weber, in ihrer Funktion als noch amtierende Landrätin des Kreises Bernkastel-Wittlich und oberste Wahlleiterin zu diesem unsauberen Kommentar des Herrn Lars Ross, der in unzulässiger Weise in den ansonsten fairen Wahlprozess invasiv interveniert und Unterstützungsunterschriftengeber von amtlichen demokratischen Wahllisten in unsäglicher Weise diffamiert und demokratische Kandidaten diskriminiert?

Was sagen die Kandidaten von CDU und SPD zu diesem unglaublichen Vorgang?

Wie stehen die Gemeinde- und Ortsvorsteher, die Bürgermeister und Verbandsbürgermeister und die demokratisch gewählten Vertreter der kommunalen Körperschaften und Gremien des Kreises Bernkastel-Wittlich zu diesem skandalösen Vorfall?

Alle demokratisch denkenden Menschen, die auf der Grundlage der freiheitlich demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik stehen, sind aufgerufen, den Anfängen zu wehren und hier Stellung zu beziehen, um den Schutz der Persönlichkeitsrechte gemäß den Paragraphen unseres Grundgesetzes zu gewährleisten und die Würde des Amtes des Landrats des Kreises Bernkastel-Wittlich, unabhängig von der das Amt innehabenden demokratisch gewählten Person, zu garantieren.

Sowohl die amtierende Landrätin, Frau Beate Läsch-Weber, als auch der verantwortliche Redakteur des Volksfreund, Herr Lars Ross lehnen eine Aussprache über diesen unlauteren Kommentar ab und wollen sich bislang nicht dazu äußern.

Diffamierung, Diskriminierung und unzulässige Einmischung in einen bis jetzt fairen Wahlprozess, die unter dem Deckmantel von Meinungsfreiheit und Pressefreiheit daherkommen, sind und bleiben verwerflich und sollten m.E. von einem jeden aufrechten Demokraten als solches erkannt und angeprangert werden, was ich hiermit getan habe.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Henkel
Ihr erster unabhängiger starker Landratskandidat

PS: Lesen Sie mal die Berufswünsche von verdienten Kommunalpolitikern der Region:

Berufswunsch Landrat, TV vom 5.Januar 2011

„Schon als Student kannte der erste Landrat des Kreises Bernkastel-   Wittlich, Helmut Gestrich, sein Berufsziel und wurde bei der Berufsberatung deshalb ausgelacht. 1969 hatte Gestrich sein Ziel erreicht. Er blieb 24 Jahre im Amt.“

http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/wittlich/aktuell/Heute-in-der-Wittlicher-Zeitung-Berufswunsch-Landrat;art8137,2647254

Wittlich – Faschismus-Vorwurf von Hrdlicka: Glaubensbekenntnisse versus Lippenbekenntnisse. Versuch einer Relativierung.

Wittlich – Faschismus-Vorwurf von Hrdlicka: Glaubensbekenntnisse versus Lippenbekenntnisse. Versuch einer Relativierung.

Die Verführung und die Verführbarkeit der Menschheit zieht sich durch die Schöpfungsgeschichte und durch die Evolution der menschlichen Ziviliation seit dem Urbeginn der Menschheit: Gemeint ist die Verführung und die Verführbarkeit der Menschen zum Bösen.

Das Böse erleben wir tagtäglich in vielen kleinen hässlichen Dingen, die uns passieren: man redet schlecht, man wird belogen und betrogen, man wird geschubst, diskriminiert, gemobbt, gedemütigt usw. Andererseits reden wir u.U. selber schlecht, lügen, betrügen, schubsen, mobben, diskriminieren usw.

Das ist der ewige Kreislauf von Schuld, Einsicht, Sühne, Vergebung und wieder neuer Schuld. Manchmal tun wir Menschen weh, ohne es zu merken. Manchmal tun wir es bewusst. Manchmal tun wir Menschen weh und unrecht aufgrund von Sachzwängen, die sich ergeben aus dem geringsten Übel: sogenannte Kollateralschäden, die man in Kauf nimmt.

Dies könnte man bezeichnen als den „täglichen kleinen Faschismus“, der uns begegnet oder den wir ausüben. Keiner ist dagegen gefeit. Alle sitzen im selben Boot. Keiner ist gefeit gegen Verführung und Tendenzen der Verfürung, nicht einmal der Priester, der Gutmensch und nicht einmal der erklärte Antifaschist. Die Verführung kommt meist schleichend daher und erfordert ein allzeit waches Bewusstsein und ein ständiges Sich-Auseinander-Setzen mit den sich wandelnden Methoden der Verführung. Das kann man vergleichen mit Antivirenschutzprogrammen, wo man ständig die neuste Version aktualisieren muss, um sich effektiv gegen diese Viren schützen zu können.

Dem gegenüber zu stellen ist das organisierte Böse, das strukturelle Böse, das bewusst gewollte Böse, das gesellschaftlich organisierte diktatorische und totalitäre Böse im Allgemeinen und das faschistische Böse im Speziellen, was bezogen wird auf die Verbrechen der Nazidiktatur unter den Nationalsozialisten.

Wenn wir diese Ideologie übertragen in die Gegenwart, dann sprechen wir von „Neo-Nazitum“. Hier müssen wir unterscheiden zwischen faschistischen Tendenzen, die eindeutig und zielgerichtet eine Revision und strukturelle Wieder-Einführung des Naziregimes organisieren und herbeiführen wollen (was eine kleine Minderheit, der so genannte harte Kern ist) und auf der andereren Seite faschistoide Tendenzen, d.h. Mitläufer, die leicht zu beeinflussen sind, die man leicht infizieren und kontaminieren kann und wo eine gewisse Bereitschaft zu erkennen ist, (oft auch in Unkenntnis historischer Zusammenhänge) nationalsozialistisches Gedankengut zu verharmlosen.

Diese faschistoiden Mitläufer benutzen gegebenenfalls ohne erkennbare innere Distanz die Sprache und die Rituale der Nazis und verkünden angebliche „Wahrheiten“ des Nationalsozialismus, ohne sich als Solches erkennen zu geben. Heraus kommt ein brauner Mischmasch von beliebigen und austauschbaren Binsenweisheiten, gebetsmühlenartig nachgeplapperten dumpfen und braunen Parolen, mit denen man sich gerne am Biertisch wichtig macht und die so klingen, als hätte man sich irgendwann mal im Leben über irgendetwas fundiert Gedanken gemacht, was in den allermeisten Fällen nie der Fall war.

Diese Leute schauen sich in der Regel erst einmal in der Runde um, ob auch genügend „Dumpfbacken“ ihresgleichen anwesend sind, die in ihr braunes Gerede mit einstimmen und um sicher zu gehen, dass sie einerseits zahlenmäßig überlegen sind und im Zweifelsfall genügend Zeugen zu Verfügung haben, die sich im Ernstfall auch nicht scheuen würden, jeden Meineid zu schwören, um ihre Haut zu retten, weil sie insgeheim genau wissen, dass sie Müll reden und dass sie, bei wortgetreuer Auslegung des Gesetzes, sogar ohne Weiteres zur Rechenschaft über ihr Gesagtes gezogen werden könnten.

Dies soll erst einmal genügen zur Begriffsbestimmung und zur Differenzierung der Materie.

Im folgenden will ich eingehen auf die Behauptung des Wiener Künstlers Hrdlicka im TV in Bezug auf seine provokative Äußerung, dass angeblich 50% der Deutschen und der Österreicher immer noch Faschisten seien und in Bezug auf seine Äußerungen, dass dies angeblich eine Rolle spiele im Wittlicher Kulturstreit:

Erst einmal sollten wir die provokanten Äußerungen von Hrdlicka in diesem Zusammenhang nicht allzu sehr auf die Waagschale legen. Hrdlicka fühlt sich aufgrund seiner persönlichen Lebensgeschichte und seiner künstlerischen Arbeit offensichtlich dazu berufen, um wachzurütteln und als Mahner aufzutreten. Die Wachsamkeit vor den organisierten Rechtsradikalen ist mit Sicherheit angebracht. Mitläufer und offene sowie heimliche Sympathisanten stellen in so fern eine Gefahr da, als sie den Weg bereiten für das Anwachsen rechtsradikaler Tendenzen und als sie Schwachstellen unseres demokratischen Systems gezielt ausnutzen. Ergo sollte man einen Mahner wie Hrdlicka nicht pauschal verurteilen und verteufeln, sondern u.U. zum Anlass nehmen, um sich bewusst zu werden über die alltäglichen Bosheiten und Gemeinheiten, die jedem von uns begegnen können.

Eine solche Mahnung sollte Anlass sein, sich selbst einmal zu hinterfragen, in wie weit wir versucht werden könnten, faschistoide Tendenzen in unserem Umfeld zu ignorieren und zu tolerieren, oder in wie weit wir bereit sind, solchen Tendenzen mit beherzter Zivilcourage entgegenzutreten. Beispiele gibt es mit Sicherheit genug, wo wir einfach wegschauen und nicht den Mut aufbringen, klare Stellung zu beziehen, weil es einfach gerade nicht opportun erscheint. Das betrifft z.B. ausländerfeindliche Äußerungen, diskriminierende Äußerungen bezüglich irgendwelchen Minderheiten, Arbeitslosen etc.

Die Frage müssen wir uns alle stellen, ob wir, wenn wir z.B. aus irgendeinem Anlass in eine Gesellschaft geraten, wo kollektiv mit solchen diskriminierenden Äußerungen um sich geworfen wird, die Kraft haben, dem entgegenzutreten, oder ob wir in dem Fall einfach schweigen oder sogar versucht sind, um nicht aufzufallen oder um nicht selber diskriminiert zu werden, diesen Äußerungen sogar zustimmen, um heil aus der Sache rauszukommen ?

An dieser Stelle fängt nämlich irgendwo das Mitläufertum an und je öfter wir in solchen Situationen schweigen, tolerieren oder gar zustimmen zu dem dummen Gerede, um so mehr geraten wir selbst in Gefahr, davon infiziert zu werden. Darüber sollten wir uns bewusst werden und Mahnungen und Warnungen nicht einfach in den Wind schlagen.

Natürlich gibt es in Deutschland oder in Wittlich weder 50% Faschisten, noch 50 % faschistoide Mitläufer, wie Hrdlicka provokant behauptet. Dass es aber welche gibt, wie viel oder wie wenig es auch sein mögen (dies entzieht sich meiner Kenntnis, darüber gibt es aber seriöse Studien), bleibt unbestritten. Dafür zu sorgen, dass es nicht mehr werden, gerade angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise, Betrügereien und Skandale in unserer Republik, ist die Aufgabe von uns allen. Weiterhin sollten wir wachsam sein und solchen Tendenzen mutig entgegentreten.

In dem Zusammenhang möchte ich hinweisen auf die Bedeutung von Glaubensbekenntnissen, Gedenkarbeit und Ritualen. Genauso wie wir z.B. als Christen in unserem Glaubensbekenntnis, im Vaterunser und Ave Maria (äquivalent dazu auch in anderen Religionen) uns bekennen zu klaren Glaubenssätzen und diese in ritualisierten Formen in Gemeinschaft ausüben und bekräftigen, so sollten wir in der Gedenkarbeit bezüglich aller Opfer des Naziregimes unsere Glaubensätze dahingehend bekennen, ritualisieren und in Gemeinschaft ausüben und bekräftigen, dass wir nie wieder ein Terror-Regime ermöglichen wollen, das zu solchen menschenverachtenden Taten imstande ist und dass wir wirklich alles tun müssen, um eine solche Möglichkeit für immer auszuschließen und zu verhindern, und zwar im Sinne aller Menschen, egal welcher Herkunft, Geschlecht oder Couleur. Dafür brauchen wir klare Glaubensbekenntnisse und nicht irgendwelche beliebigen Lippenbekenntnisse.