Wittlicher Intelligenz-Blatt: (W)ittlicher (I)ntelligente (L)iste beweist Kontinuität in freiheitlicher Tradition !

Wittlicher Intelligenz-Blatt: (W)ittlicher (I)ntelligente (L)iste beweist Kontinuität in freiheitlicher Tradition !

http://www.knopp-druck.de/2006/web-content/Retro_Intel2.html

In einem Rückblick des langjährigen Wittlicher Bürgermeisters M. J. Mehs über den Wittlicher und sein „Intelligenzblatt“ findet sich unter anderem eine prägnante Charakteristik der Zeitung in ihren Gründerjahren: „Von Anfang an zeichnete sich das Intelligenzblatt durch eine Frische und Unbekümmertheit der Auffassung, durch eine Begeisterung für die Ideen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, durch eine Treuherzigkeit und Unmittelbarkeit der Darstellung aus, daß es jedem Wittlicher, jedem Kreiseingesessenen ans Herz wachsen mußte.

Unbeschwert nahm es zu allen großen und kleinen Tagesereignissen Stellung, brachte Gemeinnütziges für die Landwirte und Winzer, dazu manch schnurrige Geschichte zur Unterhaltung und war mit teils harmlosen, teils boshaften Anekdoten gewürzt, von den Anzeigen der Krämer, Wirte und Handwerker ganz abgesehen, die in ihrer eigenwilligen Sprache ihre Leistungen feilboten.

Und was die Lektüre noch besonders prickelnd machte, das waren die rein persönlichen, oftmals anonymen Auslassungen, von gegenseitigen Anrempelungen bis zu den zartesten Liebesgeständnissen, die naturgemäß Vorwitz und Spürsinn der Leser sättigten und manchem das Blut in den Kopf treiben mußten.“

Es war einmal ein „Intelligenzblatt“ – Die Geschichte einer Zeitung. Die Offizin, wie früher größere Buchdruckereien genannt wurden, wurde 1838 vom Buchdrucker J. P. Mösta gegründet und 1843 vom Buchbinder Johann Sebastian Knopp erworben. Drei Jahre später erteilte die Königlich Preußische Regierung die Konzession zur Führung des Buchdruckergewerbes an Johanns Bruder, Friedrich Wilhelm Knopp.

Er gilt als Firmengründer, seinen Namen trägt der Betrieb noch heute. Nicht allein als außerordentlich vielseitiger Buchdrucker bestimmte er über Jahrzehnte hinweg die Geschicke des Unternehmens, sondern vor allem auch als Zeitungsverleger.

1848, im Anschluß an die französische          Februarrevolution, kam es auch in nahezu allen deutschen Staaten zu Demonstrationen und Versammlungen. Pressefreiheit wurde verkündet und überall tauchten Zeitungen auf.

Intelligenzblätter (von engl. intelligence: Informationen oder Nachrichten) war die ursprüngliche Bezeichnung für wöchentlich erscheinende Nachrichtenblätter die hauptsächlich Verkaufs- und Kaufangebote enthielten.

In der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts nach französischem Vorbild in Deutschland begründet, entwickelten sie sich bald zu amtlichen Bekanntmachungsorganen und wurden so zum Vorläufer der Amtsblätter. Nach 1848 wurden sie abgeschafft oder als freie Anzeigenblätter bzw. Tageszeitungen weitergeführt.

Am 2. April 1848 erschien Friedrich Wilhelm Knopps eigene Zeitung zum ersten Mal. Das „Wittlicher Intelligenzblatt“ war gegründet. Kostenpunkt für den Abonnementen: vierteljährlich 11 Groschen und drei Pfennige.

Das Blatt enthielt „Mitteilungen und Besprechungen über rein gewerbliche Gegenstände im ausgedehntesten Sinne“ und wollte durch „moralisch gute Erzählungen“ unterhalten. Damals wie heute galt:

„Vorzüglich ist dasselbe dazu bestimmt, Privat-Anzeigen und Bekanntmachungen aller Art aufzunehmen“ °© so das Leitwort der ersten Ausgabe, geschrieben im Manuskript noch mit dem Gänsekiel. Damals genügten noch vier Seiten in einem Format, das noch nicht einmal der halben Größe des heutigen Zeitungsformats entspricht.

Eine Kostprobe von den „Tagesneuigkeiten“ aus Wittlich vom 7. Mai 1848: „Heute Mittag gegen 12 Uhr, geriethen 2 Einwohner von Cues mit einem hiesigen Bürger nach stattgefundenem Wortwechsel in Thätlichkeiten, wobei Letzterer die beiden Ersten mit Dolchstichen verwundete“. Schon damals konnte die Straße ein „heißes Pflaster“ sein.

In einem Rückblick des langjährigen Wittlicher Bürgermeisters M. J. Mehs über den Wittlicher und sein „Intelligenzblatt“ findet sich unter anderem eine prägnante Charakteristik der Zeitung in ihren Gründerjahren: „Von Anfang an zeichnete sich das Intelligenzblatt durch eine Frische und Unbekümmertheit der Auffassung, durch eine Begeisterung für die Ideen der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, durch eine Treuherzigkeit und Unmittelbarkeit der Darstellung aus, daß es jedem Wittlicher, jedem Kreiseingesessenen ans Herz wachsen mußte.

Unbeschwert nahm es zu allen großen und kleinen Tagesereignissen Stellung, brachte Gemeinnütziges für die Landwirte und Winzer, dazu manch schnurrige Geschichte zur Unterhaltung und war mit teils harmlosen, teils boshaften Anekdoten gewürzt, von den Anzeigen der Krämer, Wirte und Handwerker ganz abgesehen, die in ihrer eigenwilligen Sprache ihre Leistungen feilboten.

Und was die Lektüre noch besonders prickelnd machte, das waren die rein persönlichen, oftmals anonymen Auslassungen, von gegenseitigen Anrempelungen bis zu den zartesten Liebesgeständnissen, die naturgemäß Vorwitz und Spürsinn der Leser sättigten und manchem das Blut in den Kopf treiben mußten.“

Schon ab September 1848 vergrößerte man das Format und wechselte den Schrifttyp; Text- und Anzeigenteil wurden nun strikt voneinander getrennt. Am 15. Oktober wurde für die Todesanzeige erstmals der schwarze Trauerrand verwendet.

Die nächste größere Veränderung des Blattes geschah um 1870. Wiederum wurde eine neue Schriftart eingeführt und das Format vergrößert. Ab 1870 hieß es „Wittlicher Kreis- und Intelligenzblatt“, ab 1890 „Wittlicher Kreisblatt“, das nun schon dreimal wöchentlich erschien. Wieder war das Format vergrößert und ein neues Layout entworfen worden, wie es sich bis zum ersten Quartal des 20. Jahrhunderts hielt.

1886 hatte wieder ein Generationswechsel angestanden: Jakob Knopp hatte nun die Firma übernommen und übergab sie anschließend an seine Söhne, den Altphilologen Jacob und an Wilhelm Knopp, welcher 1955 ausschied.
Nach der Jahrhundertwende hieß die Zeitung „Wittlicher Tageblatt“, erschien also täglich außer sonn- und feiertags.

Mit dem Krieg war wieder ein Wandel angesagt. Die Firma Knopp wurde Weihnachten 1944 ausgebombt und zog °© inklusive Redaktion °© in die Hindenburgstraße, heutige Trierer Landstraße 21. Unter kaum vorstellbaren Schwierigkeiten wurden Ersatzteile, Kabel und sonstiger Bedarf für die Druckerei, zum Teil gegen Kompensation mit Wein, in der englischen Besatzungszone besorgt.

1949 wurde das „Wittlicher Tageblatt“ in die Rheinzeitung integriert. Gedruckt wurde in Koblenz. Dazu wurden die Wittlicher, Bernkasteler und Dauner Seiten der Rheinzeitung bei uns in Blei gesetzt und dann in „Matern“ negativ gepreßt. Diese wurden dann abends per Bahn nach Koblenz transportiert. Des öfteren wartete der Lokomotivführer einige Minuten auf die Versandkiste mit den Matern.

Mitte der 60er Jahre wurde das „Wittlicher Tageblatt“ durch Vereinbarung zwischen „Rheinzeitung“ und „Trierischem Volksfreund“ letzterem zugeteilt, und was heute „Mosel-Zeitung“ heißt, ist der Ur-Ur-Ur-Enkel des „Wittlicher Intelligenzblattes“.

Nach dem Einstellen der Zeitung setzte unsere Druckerei hauptsächlich auf Akzidenzen (= im Geschäfts- und Privatverkehr vorkommende Kleindrucksachen wie zum Beispiel Prospekte, Anzeigen, Programme, Karten) und Bücher.
Immer noch war der Buchdruck wichtigstes Metier der zehn Mitarbeiter der Firma.

Anfang der 70er Jahre wurden die ersten Erfahrungen im Offsetdruck gesammelt; 1974 die erste Offsetmaschine im DIN-A3-Format angeschafft. Zwei Jahre später eine Offsetmaschine im DIN-A2-Format.
1950 begann Wolfgang Knopp in der elterlichen Firma seine Ausbildung als Schriftsetzer und war gemeinsam mit seinem Vater Jacob Knopp bis zu dessen Tod 1961 in allen Sparten des Betriebes mit Umsicht und Tatkraft tätig. In unermüdlicher, selbstloser Arbeit war er allen ein Vorbild bis zu seinem Tode am 30. April 1989. Besonders seine charaktervolle Art, den Betrieb mit Menschlichkeit und Humor zu führen, wird uns stets in Erinnerung bleiben.

1957 heiratete er Marta Kurtz, die im Büro und auch im Betrieb mitarbeitete und nach dem Tode ihres Mannes gemeinsam mit dem Sohn Walter die Druckerei weiterführte. 1996 übergab sie diese an ihren Sohn Walter Knopp und ist auch heute noch im Betrieb tätig.

Am 10. Mai 1987 wurde eine MOVP (Vierfarbenmaschine) der Firma Heidelberg installiert.

Im Februar 1997 wurde die Vierfarbenmaschine durch eine Fünffarben-maschine mit zusätzlichem Lackierwerk ersetzt. Diese Maschine ermöglicht es uns, die Prospekte mit Lack (glänzend oder matt) zu veredeln.

Die Firma druckt heute noch alles von der Visitenkarte bis zum Buch und Messekatalog.

Die Druckzahlen belaufen sich jährlich auf 14,5 Mio. Bogen. Im Durchschnitt werden pro Jahr 9,3 Tonnen Papier bedruckt und mit 600 Kilo Farbe im Jahr wird bunt, was 1845 noch selten war.

 
Wittlicher Intelligenz-Blatt
  Anzeige
 
die Buchdruckerei und Buchhandlung
 
4 Generationen
 
Das Wittlicher Tageblatt
  Totenzettel 1881
 

Wittlich – Faschismus-Vorwurf von Hrdlicka: Glaubensbekenntnisse versus Lippenbekenntnisse. Versuch einer Relativierung.

Wittlich – Faschismus-Vorwurf von Hrdlicka: Glaubensbekenntnisse versus Lippenbekenntnisse. Versuch einer Relativierung.

Die Verführung und die Verführbarkeit der Menschheit zieht sich durch die Schöpfungsgeschichte und durch die Evolution der menschlichen Ziviliation seit dem Urbeginn der Menschheit: Gemeint ist die Verführung und die Verführbarkeit der Menschen zum Bösen.

Das Böse erleben wir tagtäglich in vielen kleinen hässlichen Dingen, die uns passieren: man redet schlecht, man wird belogen und betrogen, man wird geschubst, diskriminiert, gemobbt, gedemütigt usw. Andererseits reden wir u.U. selber schlecht, lügen, betrügen, schubsen, mobben, diskriminieren usw.

Das ist der ewige Kreislauf von Schuld, Einsicht, Sühne, Vergebung und wieder neuer Schuld. Manchmal tun wir Menschen weh, ohne es zu merken. Manchmal tun wir es bewusst. Manchmal tun wir Menschen weh und unrecht aufgrund von Sachzwängen, die sich ergeben aus dem geringsten Übel: sogenannte Kollateralschäden, die man in Kauf nimmt.

Dies könnte man bezeichnen als den „täglichen kleinen Faschismus“, der uns begegnet oder den wir ausüben. Keiner ist dagegen gefeit. Alle sitzen im selben Boot. Keiner ist gefeit gegen Verführung und Tendenzen der Verfürung, nicht einmal der Priester, der Gutmensch und nicht einmal der erklärte Antifaschist. Die Verführung kommt meist schleichend daher und erfordert ein allzeit waches Bewusstsein und ein ständiges Sich-Auseinander-Setzen mit den sich wandelnden Methoden der Verführung. Das kann man vergleichen mit Antivirenschutzprogrammen, wo man ständig die neuste Version aktualisieren muss, um sich effektiv gegen diese Viren schützen zu können.

Dem gegenüber zu stellen ist das organisierte Böse, das strukturelle Böse, das bewusst gewollte Böse, das gesellschaftlich organisierte diktatorische und totalitäre Böse im Allgemeinen und das faschistische Böse im Speziellen, was bezogen wird auf die Verbrechen der Nazidiktatur unter den Nationalsozialisten.

Wenn wir diese Ideologie übertragen in die Gegenwart, dann sprechen wir von „Neo-Nazitum“. Hier müssen wir unterscheiden zwischen faschistischen Tendenzen, die eindeutig und zielgerichtet eine Revision und strukturelle Wieder-Einführung des Naziregimes organisieren und herbeiführen wollen (was eine kleine Minderheit, der so genannte harte Kern ist) und auf der andereren Seite faschistoide Tendenzen, d.h. Mitläufer, die leicht zu beeinflussen sind, die man leicht infizieren und kontaminieren kann und wo eine gewisse Bereitschaft zu erkennen ist, (oft auch in Unkenntnis historischer Zusammenhänge) nationalsozialistisches Gedankengut zu verharmlosen.

Diese faschistoiden Mitläufer benutzen gegebenenfalls ohne erkennbare innere Distanz die Sprache und die Rituale der Nazis und verkünden angebliche „Wahrheiten“ des Nationalsozialismus, ohne sich als Solches erkennen zu geben. Heraus kommt ein brauner Mischmasch von beliebigen und austauschbaren Binsenweisheiten, gebetsmühlenartig nachgeplapperten dumpfen und braunen Parolen, mit denen man sich gerne am Biertisch wichtig macht und die so klingen, als hätte man sich irgendwann mal im Leben über irgendetwas fundiert Gedanken gemacht, was in den allermeisten Fällen nie der Fall war.

Diese Leute schauen sich in der Regel erst einmal in der Runde um, ob auch genügend „Dumpfbacken“ ihresgleichen anwesend sind, die in ihr braunes Gerede mit einstimmen und um sicher zu gehen, dass sie einerseits zahlenmäßig überlegen sind und im Zweifelsfall genügend Zeugen zu Verfügung haben, die sich im Ernstfall auch nicht scheuen würden, jeden Meineid zu schwören, um ihre Haut zu retten, weil sie insgeheim genau wissen, dass sie Müll reden und dass sie, bei wortgetreuer Auslegung des Gesetzes, sogar ohne Weiteres zur Rechenschaft über ihr Gesagtes gezogen werden könnten.

Dies soll erst einmal genügen zur Begriffsbestimmung und zur Differenzierung der Materie.

Im folgenden will ich eingehen auf die Behauptung des Wiener Künstlers Hrdlicka im TV in Bezug auf seine provokative Äußerung, dass angeblich 50% der Deutschen und der Österreicher immer noch Faschisten seien und in Bezug auf seine Äußerungen, dass dies angeblich eine Rolle spiele im Wittlicher Kulturstreit:

Erst einmal sollten wir die provokanten Äußerungen von Hrdlicka in diesem Zusammenhang nicht allzu sehr auf die Waagschale legen. Hrdlicka fühlt sich aufgrund seiner persönlichen Lebensgeschichte und seiner künstlerischen Arbeit offensichtlich dazu berufen, um wachzurütteln und als Mahner aufzutreten. Die Wachsamkeit vor den organisierten Rechtsradikalen ist mit Sicherheit angebracht. Mitläufer und offene sowie heimliche Sympathisanten stellen in so fern eine Gefahr da, als sie den Weg bereiten für das Anwachsen rechtsradikaler Tendenzen und als sie Schwachstellen unseres demokratischen Systems gezielt ausnutzen. Ergo sollte man einen Mahner wie Hrdlicka nicht pauschal verurteilen und verteufeln, sondern u.U. zum Anlass nehmen, um sich bewusst zu werden über die alltäglichen Bosheiten und Gemeinheiten, die jedem von uns begegnen können.

Eine solche Mahnung sollte Anlass sein, sich selbst einmal zu hinterfragen, in wie weit wir versucht werden könnten, faschistoide Tendenzen in unserem Umfeld zu ignorieren und zu tolerieren, oder in wie weit wir bereit sind, solchen Tendenzen mit beherzter Zivilcourage entgegenzutreten. Beispiele gibt es mit Sicherheit genug, wo wir einfach wegschauen und nicht den Mut aufbringen, klare Stellung zu beziehen, weil es einfach gerade nicht opportun erscheint. Das betrifft z.B. ausländerfeindliche Äußerungen, diskriminierende Äußerungen bezüglich irgendwelchen Minderheiten, Arbeitslosen etc.

Die Frage müssen wir uns alle stellen, ob wir, wenn wir z.B. aus irgendeinem Anlass in eine Gesellschaft geraten, wo kollektiv mit solchen diskriminierenden Äußerungen um sich geworfen wird, die Kraft haben, dem entgegenzutreten, oder ob wir in dem Fall einfach schweigen oder sogar versucht sind, um nicht aufzufallen oder um nicht selber diskriminiert zu werden, diesen Äußerungen sogar zustimmen, um heil aus der Sache rauszukommen ?

An dieser Stelle fängt nämlich irgendwo das Mitläufertum an und je öfter wir in solchen Situationen schweigen, tolerieren oder gar zustimmen zu dem dummen Gerede, um so mehr geraten wir selbst in Gefahr, davon infiziert zu werden. Darüber sollten wir uns bewusst werden und Mahnungen und Warnungen nicht einfach in den Wind schlagen.

Natürlich gibt es in Deutschland oder in Wittlich weder 50% Faschisten, noch 50 % faschistoide Mitläufer, wie Hrdlicka provokant behauptet. Dass es aber welche gibt, wie viel oder wie wenig es auch sein mögen (dies entzieht sich meiner Kenntnis, darüber gibt es aber seriöse Studien), bleibt unbestritten. Dafür zu sorgen, dass es nicht mehr werden, gerade angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise, Betrügereien und Skandale in unserer Republik, ist die Aufgabe von uns allen. Weiterhin sollten wir wachsam sein und solchen Tendenzen mutig entgegentreten.

In dem Zusammenhang möchte ich hinweisen auf die Bedeutung von Glaubensbekenntnissen, Gedenkarbeit und Ritualen. Genauso wie wir z.B. als Christen in unserem Glaubensbekenntnis, im Vaterunser und Ave Maria (äquivalent dazu auch in anderen Religionen) uns bekennen zu klaren Glaubenssätzen und diese in ritualisierten Formen in Gemeinschaft ausüben und bekräftigen, so sollten wir in der Gedenkarbeit bezüglich aller Opfer des Naziregimes unsere Glaubensätze dahingehend bekennen, ritualisieren und in Gemeinschaft ausüben und bekräftigen, dass wir nie wieder ein Terror-Regime ermöglichen wollen, das zu solchen menschenverachtenden Taten imstande ist und dass wir wirklich alles tun müssen, um eine solche Möglichkeit für immer auszuschließen und zu verhindern, und zwar im Sinne aller Menschen, egal welcher Herkunft, Geschlecht oder Couleur. Dafür brauchen wir klare Glaubensbekenntnisse und nicht irgendwelche beliebigen Lippenbekenntnisse.

 

 

Bitburg – Wahlkampf – Informationen von Stephan Henkel: Unabhängiger Kandidat für das Bürgermeisteramt der Stadt Bitburg

Bitburg – Wahlkampf-Informationen von Stephan Henkel:
Unabhängiger Kandidat für das Bürgermeisteramt der Stadt Bitburg.

Stephan Henkel + Trierer Str. 2 + D-54516 Wittlich + Tel. 06571-923146 + Mobil: 0160-4533129 + stephhenkel@web.de + http://1wittlicher2intelligente3liste.blog.volksfreund.de

http://www.google.com/search?client=opera&rls=de&q=stephan+henkel+wittlich&sourceid=opera&ie=utf-8&oe=utf-8

http://bitburger1intelligente2tageszeitung.blog.volksfreund.de/

Wahl-Clip: http://www.clipfish.de/video/3041519/stephan-henkel-im-portrait/

Sehr geehrte Damen und Herren,

Liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bitburg und Umgebung,

einen Bürgermeisterwahlkampf zu führen, kostet viel Geld. Als unabhängiger Kandidat für das Bürgermeisteramt der Stadt Bitburg – die Wahl findet am 27. September 2009 statt – erhalte ich weder Zuwendungen von Seiten einer Partei oder gar vom Staat oder von der Stadt.

D.h.: Um in die Lage versetzt zu werden, einen guten und erfolgreichen Wahlkampf führen zu können, bin ich bin zu 100 % angewiesen auf private Spenden. Darum bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger, alle Privatpersonen, Firmen und Geschäfte in Bitburg und Umgebung, mit einer Wahlkampfspende dabei zu helfen, einen guten, spannenden und erfolgreichen Wahlkampf führen und erleben zu können.

Sparkasse Mittelmosel: Kto.-Nr. 32023038 BLZ. 587 512 30

Bitte zu beachten: Laut Auskunft des Finanzamtes Wittlich sind Wahlkampfspenden für unabhängige Bürgermeisterkandidaten leider nicht steuerlich abzugsfähig.

Der Wittlicher Bürgermeister-Kandidat Stephan Henkel stellt sich vor:

In der lokalen Presse war bereits zu lesen, dass Stephan Henkel der Wahlkommission die erforderlichen Unterstützungsunterschriften fristgerecht vorgelegt hat. Bei uns in der Eifelzeitung gibt er heute offiziell bekannt, dass er am 27. September als unabhängiger Einzelbewerber antreten wird.
Siehe: http://www.eifelzeitung.de/?artikel=45238

In den letzten Monaten habe ich äußerst erfolgreich den Wahlkampf vorbereitet und öffentlich und kompetent Stellung bezogen zu sämtlichen Belangen, Sachgebieten und Problemfeldern der Wittlicher Stadtpolitik, was einen außerordentlichen Anklang in breiten Kreisen der Bevölkerung gefunden hat und wofür ich ein vielfältiges positives Echo erfahren habe, was allgemein bekannt sein dürfte. Ich erwähne hier zahlreiche Artikel, Beiträge und Stellungnahmen zu unterschiedlichen Problemfeldern der Stadtpolitik in Presse, Rundfunk und Medien.

Stephan Henkel ist allseits präsent im Stadtbild, in Ausschüssen, im Stadtrat, bei Parteiveranstaltungen, in Firmen, Vereinen und Organisationen, so dass man von einer konstanten Bürgernähe sprechen kann. Henkel steht für: fachliche Führungsqualitäten, Welterfahrenheit, Kultur und Sprachkenntnisse, des weiteren auch für: nonchalante Offenheit, Direktheit und Toleranz.

Interview zum Thema Wirtschaft mit Stephan Henkel:

Heute verrät uns Stephan Henkel, was ihm am Wirtschaftsstandort Wittlich am Herzen liegt. Welche Impulse möchte er für seine Heimatstadt setzen, was stuft er als mehr, was als weniger wichtig ein?
Siehe: http://www.eifelzeitung.de/?artikel=45876

Interview zum Thema Bildung und Kultur mit Stephan Henkel:
Siehe: http://1wittlicher2intelligente3liste.blog.volksfreund.de/2009/03/16/wittlicher-bildungs-und-kulturmanifest-interview-zu-bildung-und-kultur-in-wittlich/

Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bitburg, nach Vorstellung und Bekanntmachung meiner Person, sowie nach eingehender Lektüre und Studium der geistigen und moralischen Inhalte meines Wahlprogrammes für Bitburg, nachzulesen in Presse, Rundfunk und Medien, mir, dem unabhängigen Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Bitburg, Stephan Henkel, zur Bürgermeisterwahl am 27. September 2009, Ihre werte Stimme anzuvertauen, um somit gemeinsam eine unabhängige, vertrauensvolle, zukuntsorientierte, dauerhafte, konsequente und am Wohl der Stadt Bitburg und ihrer Bürger orientierte, erfolgreiche und soziale Kommunalpolitik in Bitburg fortsetzen zu können.

Dafür stehen wir gemeinsam ein und dafür geben Sie mir bitte am 27. September 2009 zur Bürgermeisterwahl in Bitburg Ihre Stimme.

WIL – (W)ittlicher (I)ntelligente (L)iste – Wittlicher Forum für freie Meinungsäußerung,
Siehe: http://1wittlicher2intelligente3liste.blog.volksfreund.de

BIT – (B)itburger (I)ntelligente (T)ageszeitung – Bitburger Forum für freie Meinungsäusserung
Siehe: http://bitburger1intelligente2tageszeitung.blog.volksfreund.de/

Wittlicher Bildungs- und Kulturmanifest! Interview zu Bildung und Kultur in Wittlich.

Wittlicher Bildungs- und Kulturmanifest !

Interview zu Bildung und Kultur in Wittlich:

Bildung fängt bei den Kleinsten an. Was bedeutet für Sie „optimale Bildungspolitik“ in Bezug auf die städtischen Kindertagesstätten?

Henkel: Gerade bei den Kleinsten erwächst eine große Verantwortung, sowohl für die Eltern als auch für die Solidargemeinschaft als Ganzes, dafür zu sorgen, dass die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden zur Sicherung der Chancengleichheit beim Zugang zu Bildung und Kultur. Es sollte ein verpflichtendes Gebot sein, dass alle Kinder das Recht auf umfassende Förderung haben, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern, und dass sie an Bildung, Erziehung und Betreuung in Gemeinschaft mit anderen Kindern teilhaben können. Die pädagogische Qualität der Kinderbetreuung muss gesichert werden, d. h. die Kindertagesstätten müssen personell und von den Sachmitteln her großzügig ausgestattet werden. Ein bedarfsgerechtes Netz von Kindertagesstätten in der Stadt und auf dem Land ist nötig, um niveauvolle, vielfältige und wohnortnahe Kindergartenplätze garantieren zu können. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfordert höchste Priorität. Darum brauchen wir ausreichend Ganztagsangebote, möglichst ohne Wartelisten. Die traditionell breitgefächerte Trägervielfalt von öffentlicher und freier Kinder- und Jugendhilfe erfordert ein kooperatives Zusammenwirken und Miteinander von Eltern, Kindertagesstätte, Schule und Jugendhilfe vor Ort. Ein vollwertiges und gesundheitsförderndes Speisenangebot in den Grundschulen und Kindertagesstätten sollte, im Bedarfsfall auch kostenlos, ebenso wie eine altersentsprechende Gesundheitserziehung und –vorsorge, zum allgemeinen Standard erhoben werden.

Die Stadt ist Träger von vier Grundschulen. Sind Sie mit den Konzeptionen zufrieden? Sehen Sie weiteren Handlungsbedarf (Stichpunkte: Immigranten, ADSL-ler, Förderung begabter / wenig begabter Kinder, Ganztagsschule…)

Henkel: Auch bei den Grundschulen gilt: um eine optimale Förderung unserer Kinder zu garantieren, braucht es mehr Personal, damit die Klassenstärken reduziert werden können. Nur so kann man sicherstellen, dass die Lehrerinnen und Lehrer individuell auf die Kinder eingehen, Stärken, Schwächen und Probleme erkennen und effektiv dafür Sorge tragen, dass Lernhindernisse bereinigt, spezifische Schwächen im Einzelfall behoben und besondere Begabungen der Kinder frühzeitig erkannt und gefördert werden. Hilfreich erweist sich auch ein verstärkter Einsatz von Schulsozialarbeit. Ganztagschulangebote und Speisenangebote für die Kinder sollten flexibler an den Bedarf angepasst werden. Bei Familien und Kindern mit Migrationshintergrund sollte es vorrangiges Ziel der Eltern sein, in Vorbildfunktion deutsche Sprachlernangebote ausgiebigst zu nutzen. Diese Angebote müssen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und dementsprechend nahe gebracht werden.

Stichpunkt lebenslanges Lernen: Welche Angebote für Erwachsene und Senioren würden Sie gerne fördern, haben Sie zusätzliche Anregungen?

Henkel: Mit Blick auf die Alterspyramide unserer Gesellschaft benötigen wir verstärkt Angebote für eine altersgerechte Bildungs- und Kulturarbeit. Ältere Menschen und Mitbürger orientieren sich eher an praktischen Lebensfragen und Lernangeboten als an effekthascherischem Eventspektakel. Eine besondere Bedeutung erlangt hier auch die Bereitschaft vieler älterer Menschen, ihre im Leben erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen an jüngere Generationen weiterzugeben. Um diese Verbindung herzustellen und weiter zu verstärken, sollten wir mit Hilfe einer speziell darauf abgestimmten Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit das Zusammenwachsen unserer Gemeinschaft in ihrer Vielfalt unterstützen. Ein vielversprechender Ansatz dazu wäre, neben der hervorragenden Arbeit von VHS, Bibliotheksarbeit, Mehrgenerationenhaus, Kolpinghaus, GM-Museum und vieler anderer bestehender Einrichtungen, die Schaffung von dezentralen und eigeninitiativ organisierten Stadtteil-Treffs, wodurch für viele ältere Menschen die Hemmschwelle erleichtert wird, aktiv mitzuwirken und seine Fähigkeiten einzubringen.

Das kulturelle Leben ist für eine Kleinstadt beachtlich: Musik, Literatur, Bildhauer, EFI, ein Museum, Kunst an Hecken und Zäunen, Kirmes… Sehen Sie die Kultur unter- bzw. überbewertet, haben Sie neue Ideen?

Henkel: Hier sollten wir auch in Zukunft besonders darauf achten, weiterhin ein hohes Niveau zu bewerkstelligen und konsequent aufrechtzuerhalten, damit die Kultur nicht in der Beliebigkeit untergeht. Gerade weil wir an Wittlich, als ein überregionaler, nationaler und internationaler Wirtschaftsstandort, höchste Erwartungen knüpfen wollen, brauchen wir in Wittlich eine professionelle und höchsten Ansprüchen genügende Kunst- und Kulturarbeit, die sich an diesem Standard messen lassen kann. Wittlich als aufstrebendes Mittelzentrum benötigt in Relation dazu einen Status als Kulturzentrum zwischen Trier und Koblenz und sollte diesen Standortvorteil konstant und qualitativ hochwertig ausbauen. Die Kunst- und Kulturarbeit, mit ihren herausragenden Leuchttürmen, bildet einen wichtigen Standortfaktor und dient als Botschafter und Werbemedium, um die Leistungsstärke und Bedeutung unserer Stadt Wittlich in der Außendarstellung weitreichend bekannt zu machen. Diesen eigentlich unbezahlbaren Effekt sollten wir uns gerne ein bisschen was kosten lassen, ohne kleinlich zu erscheinen und womöglich gar am falschen Ende zu sparen.

Demzufolge benötigt die Stadt notwendigerweise eine fachlich fundierte, wissenschaftlich ausgebildete, hochkompetente und professionelle Leitung der Bildungs-, Kunst-, Kultur-, Museums- und Synagogenarbeit in Wittlich. Genauso wichtig erscheint der Mix von professioneller Spitzenkultur und engagierter und breit angelegter Kultur- und Vereinsarbeit, um so die Voraussetzungen zu schaffen, dass sich externe Fachleute aus der kommerziellen Kulturindustrie anbieten und einsteigen. Freie Kultur- und Eventveranstalter (wie z.B. die Eifeler Kulturtage) die das kulturelle Programm abrunden und bereichern, haben die Tendenz, sich gerne in ein gemachtes Nest zu setzen. Sie bleiben aus, sollten die primären Grundlagen, sprich: professionelle Bildungs- und Kulturarbeit,  nicht stimmen. In der Regel verfolgen externe Kulturanbieter keine direkten Ziele in der kulturpolitischen Bildungsarbeit und es erfolgt keine effektive Grundlagen- und Aufbauarbeit. Das Hauptinteresse der externen Kulturanbieter liegt eher im Bereich von Umsatz und Profit.

Zur Bildungs – / Kulturarbeit gehört auch der Freizeitbereich. Was halten Sie von der Vereinsarbeit der Stadt?

Henkel: Die Vereinsarbeit in Wittlich ist vielfältig, gut aufgestellt und kennt viele Facetten. Sie wird vorbildlich organisiert und unterstützt, zum großen Teil auch durch viele ehrenamtliche Helfer. Die finanzielle Unterstützung seitens der Stadt muss aufrechterhalten und weiter intensiviert werden. Die Vereinsarbeit erzeugt Freude, Wärme, Freundschaft, Solidarität, Engagement und Leistungsbereitschaft. Daraus resultiert ein solides Fundament für das Zusammenwachsen der Gesellschaft und das Leben in der Gemeinschaft. Als Maßstab einer gut funktionierenden Vereinsarbeit gilt die Selbstständigkeit und weitgehende Selbstorganisation, die Freiheit und die Autonomie der Vereine. Hier sollten sich die städtischen Organe, außer helfend und fördernd, nicht einmischen. Das selbe gilt im Übrigen gleichermaßen auch für die Kunst- und Kulturarbeit.

Formulieren Sie bitte ein Motto in Bezug auf gelungene Bildungs- und Kulturarbeit.

Henkel: Das Motto für eine nachhaltige und gelungene Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit kann nur heißen: Weg von oberflächlichen Phrasen und hohlen Kulturformeln und hin zu überzeugenden, vielschichtigen und tiefgründig fundierten Denk- und Arbeitsansätzen der Bildungs-, Kunst- und Kulturarbeit, wo der Mensch endlich wieder im Mittelpunkt stehen sollte und nicht die Eitelkeit einer sich selbst inszenierenden Kultur- und Machtpolitik, personifiziert durch eine machtbesessene Elite. Weg von Kleingeist und Kulturabbau durch opportunistische und populistische Stimmenfängerei und hin zu Kulturaufbau durch reflektierende und argumentativ differenzierte Haltung und Position.

Wittlich – Stolpersteine: Zulassen und Loslassen ! Gedanken zur Modernisierung, Demokratisierung und Pluralisierung der Gedenkarbeit in Wittlich

Wittlich – Stolpersteine: Zulassen und Loslassen ! Gedanken zur Modernisierung, Demokratisierung und Pluralisierung der Gedenkarbeit in Wittlich

++ Stephan Henkel ++ Trierer Str. 2 ++ D-54516 Wittlich ++ Tel. 06571-923146 ++

++ e-mail: stephhenkel@web.de ++ http://www.buddha-dream.de ++

Betr.:  Kommentar zum TV-Artikel über die Stolpersteine, „Trierer Beispiel“:

Stephan Henkel schrieb am 10.03.09, 02:39 Uhr als Kommentar zum TV-Artikel:

„Richtig so ! Wir sollten uns auch in Wittlich an praktischen und gelebten Erfolgen orientieren, wie es das Trierer Beispiel eindeutig beweist und uns nicht verrückt machen lassen von ängstlichen Zauderern und Haderern, deren Hintergründe und Motive äußerst flatterhaft und schleierhaft erscheinen und wo am Ende Keiner weiß, welch Geistes Kind sie sind.“

siehe: http://www.volksfreund.de/totallokal/wittlich/aktuell/Heute-in-der-Wittlicher-Zeitung-Wittlich-Gedenkprojekt-Stolpersteine-Nationalsozialismus-Judentum-Opfer;art8137,2005403

Brief an Henkel als Antwort auf den Kommentar zum TV-Artikel: Stolpersteine

Sehr geehrter Herr Henkel,

 

ich lese Ihre Beiträge zur Wittlicher Kommunalpolitik und der Bürgermeisterfrage mit ein gewissen Aufmerksamkeit und erkenne meist eine argumentativ differenzierte Darstellung.

Umso mehr wundert mich Ihr Kommentar zum heutigen TV-Artikel zu den „Stolpersteinen“.

 

Dass sie dafür sind, damit habe ich keinerlei Probleme.

 

Das Trierer Beispiel „beweist“ gar nichts. Wohl zeigt es, dass für die Trierer Situation, die sich in vielem von der in Wittlich unterscheidet, die „Stolpersteine“ ein brauchbarer Ansatz für eine Vertiefung der Gedenkarbeit (die im übrigen auf einer sehr breiten Basis steht) war und ist, weil dort sehr engagierte „Gedenkarbeiter“ am Werk sind. Ob das in Wittlich sich so entwickeln würde, wo ziemlich aktuell Leute ihr Gedenk-Interesse entdeckt zu haben scheinen, erscheint mir zumindest hinterfragbar. Aber auch die Trierer Praxis widerlegt nicht grundsätzliche Einwände, wie wir sie in unserer Stellungnahme ebenfalls ausführlich begründet haben.

 

Offenbar haben auch Sie noch nicht verstanden, dass es dem Arbeitskreis „Jüdische Gemeinde Wittlich“ vor allem auch um die spezifische Wittlicher Situation des Gedenkens geht?

 

Ist das Ihr politischer Umgangsstil, Kritiker, die nachvollziehbare Argumente vorbringen,  als  „ängstliche Zauderer und Haderer“ zu diffamieren, um dann noch völlig unangebracht über deren angeblich so flatterhafte und schleierhafte Motive zu spekulieren?  So etwas haben wir zuletzt von Herrn Bußmer zu hören bekommen. Soll ich jetzt verstehen, wie sehr Sie ihn zurückwünschen?

Was soll dieser blödsinnige Satz, man wüsste am Ende nicht,  „welch Geistes Kind sie sind“? In welche Ecke wollen Sie uns denn stellen?

 

Haben Sie da vielleicht in der Vergangenheit etwas nicht mitbekommen, was hier in Wittlich getan wurde.

 

Das müssen Sie mir mal erklären.

 

Das war ein böser Schnellschuss von Ihnen. Offenbar sind auch Sie in dieser Geschichte nur noch interessiert, so weit sie als Machtfrage behandelt wird.

Ich habe Thomas Zuche schon letzte Woche gesagt,  dass die Trierer Stellungnahme endlich einmal einen inhaltlichen Beitrag darstellt,  der die Wittlicher Diskussion weiter bringen kann.  Ihm geht es wirklich nicht darum, sich am Wittlicher Machtspielchen zu beteiligen.  Da dürfen Sie gerne in Trier nachfragen.

In diesem Sinne

 

XXXXXXXXXXXXXXXX PS: Herrn Zuche zur Kenntnisnahme weitergeleitet

Antwort von Henkel:

Sehr geehrter Herr XXXXXXX,

es tut mir aufrichtig leid, wenn durch meinen Kommentar der Eindruck entstanden sein könnte, dass hier irgend jemand diffamiert werden sollte. Das lag mit Sicherheit nicht in meiner Intention. Mein Kommentar war auch nicht intendiert als ein böser Schnellschuss oder gar als eine Imitation des Stils des amtierenden Bürgermeisters Bußmer. Ich gebe Ihnen dahingehend Recht, dass man diese Angelegenheit sachlich und argumentativ differenziert behandeln sollte.

Damit, dass Sie sich gegen die Stolpersteine, aufgrund der von Ihnen zitierten spezifischen Situation der Gedenkarbeit in Wittlich, aussprechen, habe ich ebenfalls kein Problem. Im Übrigen habe ich die vielschichtigen Ausführungen und Beiträge, die Sie mir freundlicherweise zukommen ließen, sehr aufmerksam durchgelesen und verinnerlicht, so dass mir Ihre Argumente bezüglich der spezifischen Situation der Gedenkarbeit in Wittlich durchaus präsent sind.

Des weiteren respektiere und unterstütze ich das Wirken der engagierten „Gedenkarbeiter“ in Wittlich. Ich kann auch durchaus nachvollziehen, dass Ihrer Ansicht nach die „Trierer Praxis“ nicht grundsätzlich Ihre Einwände widerlegt, wie Sie in Ihrer Stellungnahme ausführlich begründet haben. Weiterhin habe ich sowohl in der Vergangenheit als auch gegenwärtig sehr wohl mitbekommen, was in Wittlich in Sachen Gedenkarbeit geleistet wurde und was mir im Übrigen äußerst lobenswert erscheint.

Ich freue mich und bedanke mich dafür, dass meine Beiträge zur Wittlicher Kommunalpolitik und zur Bürgermeisterfrage eine gewisse Aufmerksamkeit Ihrerseits finden, die ich natürlich auch nicht entbehren möchte.

Wie Sie wahrscheinlich aus dem oben Gesagten erkennen können, liegen wir in der Einschätzung der bisherigen guten Gedenkarbeit in Wittlich gar nicht einmal sehr weit auseinander. Darum möchte ich nach dieser sachlich und argumentativ differenzierten Einleitung meinen Kommentar im Folgenden, zum besseren Verständnis, begründen, wobei ich gerne bereit bin, die eine oder andere, von Ihnen als Solche empfundene, Schärfe zurückzunehmen:

Die letzte Passage des TV-Artikels über das Trierer Beispiel und die Stolpersteine hat mich sehr beeindruckt und überzeugt:

„Die vom Wittlicher Arbeitskreis „Jüdische Gemeinde“ befürchtete „Verengung und Entpolitisierung des Gedenkens“, könne man aus Trierer Sicht nicht bestätigen. Man biete regelmäßig Rundgänge „Stolpersteine erzählen“ an. Allein das erste Angebot dieser Art hätten über 70 Interessenten wahrgenommen. Dabei würden die Biografien der Opfer ebenso vorgestellt, wie der Bogen zu aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus und Rechtsextremismus geschlagen werde. Auch habe man eine Broschüre aufgelegt, deren 1000 Exemplare schnell vergriffen gewesen seien. Thomas Zuche erklärt: „Nicht jeder wird die Stolpersteine beachten. Aber sie fallen Einzelnen immer wieder auf, und dann sind sie nach unserer Erfahrung oft nachhaltiger als andere Gedenkstätten.“

Ich persönlich fände ein Angebot in Wittlich für solche regelmäßigen Rundgänge „Stolpersteine erzählen“, wo Biografien der Opfer vorgestellt und der Bogen zu aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus und Rechtsextremismus geschlagen wird, als äußerst bereichernd für die Wittlicher Gedenkarbeit. Es sollte nicht nur als ein aktuelles Phänomen bzw. als eine vergängliche Modeerscheinung angesehen werden, dass „aktuell Leute ihr Gedenk-Interesse entdeckt zu haben scheinen“, sondern solche Rundgänge sollten meines Erachtens fester, nachhaltiger und dauerhafter Bestandteil der Gedenkarbeit in Wittlich werden. Dazu passt eine ansprechende Broschüre sehr gut, die allerhöchst wahrscheinlich auch in Wittlich schnell vergriffen sein dürfte.

Ich denke, wir sollten uns alle außerordentlich freuen über das, von ihnen zitierte, „aktuell entdeckte Gedenk-Interesse vieler Leute“. Das sollte uns jedoch keinesfalls suspekt erscheinen, wie ich aus Ihrer Formulierung dieser Satzpassage zwischen den Zeilen herauslesen kann, sondern im Gegenteil, wir sollten dieses aktuelle Interesse im Sinne des Trierer Beispiels fördern und nachhaltig weiter ausbauen, so dass wir von einer Demokratisierung durch Partizipation sprechen können, was keinesfalls zu verwechseln ist mit Trivialisierung oder gar Banalisierung der Gedenkarbeit.

Hier komme ich übrigens genau auf den Punkt der Kritik und der relativen Schärfe in meinem Kommentar, bezogen auf die Gegner der Stolpersteine in Wittlich:

Meiner Ansicht nach sollte es keinesfalls eine Hegemonisierung einzelner Gruppen oder Fraktionen bezüglich der Gedenkarbeit geben dahingehend, dass u.U. ein harter Kern von hegemoniesüchtigen und pluralitätsfeindlichen Aktivisten mit missionarischem Eifer ein Monopol und Alleinvertretungsrecht auf die Gedenkarbeit in Wittlich postuliert und somit verhindert, dass die Gedenkarbeit in Wittlich pluralistisch, demokratisch und solidarisch reformiert, erweitert und durch neue und innovative Ideen und Aktionen bereichert und zukunftssicher gemacht werden kann.

Dies mag zwar dem einen oder anderen Gedenkarbeiter, der sich seit Jahren durch aufopferungsbereiten Einsatz in der Sache verdient gemacht hat, undankbar erscheinen, sollte aber keinesfalls Erbitterung hervorrufen oder gar zur Folge haben, dass der Einsatz verringert oder aus Frustration eingestellt wird, sondern im Gegenteil:

Diese Kritik, die auf den einen oder anderen in diesem Zusammenhang zutreffen mag, sollte ein Ansporn sein, sich zu öffnen für Innovationen und neue Ideen und auch für neue Menschen, die die Gedenkarbeit bereichern, die Fahne weitertragen und die Gedenkarbeit nachhaltig in unserer Gesellschaft verankern. Eifersüchteleien und Zänkereien sind hier ein schlechter Ratgeber. Es geht um die Vielschichtigkeit der Gedenkarbeit, die nicht auf dem Altar einer rituellen Beschwörung eines imaginären goldenen Kalbes geopfert werden sollte und sich erschöpft in der Verteidigung eines starren Erbes, das den Übergang zu modernen und zeitgemäßen Formen der pluralistischen Gedenkarbeit verhindert.

Zum Schluss komme ich zu der von Ihnen zitierten Machtfrage und den von Ihnen aufgeführten Machtspielchen:

Es handelt sich um ein offenes Geheimnis, dass der Wittlicher Kulturamtsleiter Dr. Justinus Maria Calleen, unterstützt durch die Vertreter der SPD und der Grünen, die Stolpersteine nach Wittlich bringen will, wohingegen die CDU als auch die FDP und die FWG sich eher dagegen aussprechen. In anbetracht der kürzlich erfolgten böswilligen Attacken auf Dr. Calleen und der in meinen Augen skandalösen Streichung der Stelle des Kulturamtsleiters in Wittlich stellt sich hier schon die Frage nach der Macht:

konservative Kräfte in dieser Stadt benutzen ihre Macht – und versuchen mit aller Macht, die Stolpersteine in Wittlich zu verhindern und sowohl die Gedenkarbeit als auch die Kunst- und Kulturarbeit von Dr. Calleen in populistischer Weise zu attackieren und zu diskreditieren – zum Zwecke der Macht. Dabei geht es in keinster Weise um eine argumentativ differenzierte Darstellung und Auseinandersetzung mit der Materie, sondern dabei geht es, wie Sie richtiggehenderweise formuliert haben, um reine Machtspielchen und um die Hegemonie am Stammtisch zwecks populistischer Stimmungsmache zu Wahlzwecken.

Ich denke mal, jetzt dürfte es Ihnen langsam dämmern, wen ich mit meiner Kritik gemeint habe und wer der eigentliche Adressat meiner Kritik ist. Es kommt letztendlich nur darauf an, wer sich davon angesprochen fühlt. Natürlich sind wir im Wahlkampf, natürlich bin auch ich im Wahlkampf und da muss man sich eindeutig positionieren und Stellung beziehen. Es wäre letztendlich Keinem gedient, wenn ich hier „herumeiern“ und in opportunistischer Weise nichtssagende und leere Phrasen dreschen würde, die man dann beliebig auslegen kann. So tut man Keinem weh, kann sich jederzeit drehen im Wind wie man will, ist kaum angreifbar und macht es Jedem recht, d. h. man kann jederzeit beliebig jede Art von Klientel bedienen.

Letztendlich können wir es uns auch nicht leisten, das Thema Stolpersteine monatelang und jahrelang weiterzukochen, geschweige denn ein solches Thema im Wahlkampf zu instrumentalisieren, zu polarisieren oder zu popularisieren. Dafür ist das Thema zu ernst und die Pietät gegenüber den Opfern, denen wir schließlich gedenken, gebietet es uns, dieses Thema strikt aus dem Wahlkampf herauszuhalten.

Aus diesem Grunde bitte ich Sie, der Sie sich sachlich, argumentativ und differenziert mit der Gedenkarbeit in Wittlich auseinandersetzen und sich engagiert für die Gedenkarbeit einsetzen, einfach mal ein bisschen loszulassen und zuzulassen, dass die Gedenkarbeit in Wittlich modernisiert, demokratisiert und pluralistisch angelegt werden kann und, mit etwas frischer Farbe versehen, nicht in starren Mustern und Formen verharrt.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Henkel

x________________________________________________________

Stephan Henkel, Trierer Str. 2, D-54516 Wittlich, Tel. 06571-923146, stephhenkel@web.de

 

 

 

Wittlich – Jörg Hosp (FDP) und Harald Jansen vom TV machen den Sack zu: Wir brauchen keinen Bürgermeister ! Es geht auch ohne !

Wittlich – Jörg Hosp (FDP) und Harald Jansen vom TV machen den Sack zu: Wir brauchen keinen Bürgermeister ! Es geht auch ohne !

Es mutet schon recht absurd an, wenn jetzt, weniger als 3 Monate vor der Wahl zum Bürgermeister der Stadt Wittlich, der Vorschlag präsentiert wird, die Stelle des Bürgermeisters der Stadt Wittlich zu streichen. Dieser Vorschlag wird vom TV quasi ernsthaft aufgegriffen und dahingehend interpretiert (siehe Kommentar von H. Jansen), dass man gut und gerne auf einen Bürgermeister verzichten kann, weil es angeblich auch ohne geht. Ich schlage in diesem Zusammenhang folgendes vor:

Am Ende einer möglichen Amtszeit von Henkel als Bürgermeister der Stadt Wittlich, also anno 2018,  können wir gerne noch einmal auf diesen überaus richtungsweisenden Vorschlag, die Stelle des Bürgermeisters in Wittlich wegzustreichen, zurückkommen. Bis dahin allerdings lassen sich die Bewerber nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen. Jetzt haben Henkel und andere Bewerber um das Amt des Bürgermeisters monatelang alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sich für eine seriöse und verantwortliche Stellung als Bürgermeister der Stadt Wittlich zu bewerben, da soll die Stelle unversehens gleich wieder gestrichen werden.

Das Gespenst der Stellenstreichung geht um in Wittlich und macht Schule: Kulturamtsleiter, Bürgermeister, …etc. Was für Stellen werden denn demnächst noch alles gestrichen werden. Die Angst geht um in Wittlich. Keiner ist mehr sicher vor einer Stellenstreichung. Jeder ist entbehrlich: Wer wird der Nächste sein ?

Das ist ein Schlag ins Gesicht für jeden arbeitslosen und arbeitswilligen Bürgermeisterkandidaten, der sich ehrlich um eine seriöse Stellung bemüht. Wie soll das alles weitergehen ?

 

Aber jetzt mal im Ernst: So reibungslos, wie dies in dem TV-Artikel vom Samstag…

 

(siehe: http://www.volksfreund.de/totallokal/wittlich/aktuell/Heute-in-der-Wittlicher-Zeitung-Wittlich-Ralf-Bu-223-mer-8221-Wittlich-Albert-Klein-8221-B-252-rgermeister-Beigeordneter;art8137,2003185 )

 

…suggeriert wird, klappt die Arbeit in der Verwaltung der Stadt Wittlich ohne den Bürgermeister (in dem Fall Bußmer) mit Sicherheit nicht. Ich bin persönlich informiert über Beschwerden von Anliegern, z.B. im Stadtteil Neuerburg, die nachweislich seit Monaten vergeblich versuchen, eine Auskunft von der Stadtverwaltung bezüglich der zu erwartenden Anliegerkosten zu erhalten. Sie werden seit Monaten vertröstet mit der Begründung, dass man auf den Bürgermeister und auf eine Entscheidung des Bürgermeisters angewiesen sei, bevor man eine definitive Aussage treffen könne. Diese Bürger verlieren viel Geld, weil sie in dieser Zeit nicht mit ihren Ausgaben bzw. Investitionen disponieren können. Wer kommt hier für eine Entschädigung auf ? Wer kümmert sich darum ? Das sind Fragen, die unsere Bürger bewegen und denen sich die Verwaltung nun endlich stellen sollte ! Und das ist nur die Spitze des Eisbergs !

 

Ein weitere wichtige Frage tut sich auf:

 

Wenn Jörg Hosp und die Wittlicher FDP jetzt, bezugnehmend auf die monatelange krankheitsbedingte Abwesenheit des amtierenden Bürgermeisters und die in dieser Vakanzzeit gewonnenen Erfahrungen der Verwaltung, eine Entbehrlichkeit nicht nur des amtierenden Bürgermeisters, sondern darüber hinaus auch eine Entbehrlichkeit der Stelle eines Bürgermeisters in Wittlich an sich, proklamiert und attestiert, dann macht man doch den Sack zu und lässt dem amtierenden Bürgermeister Bußmer ja überhaupt keine Chance mehr, zurückzukehren.

 

Man hat sich offensichtlich bei der FDP längst klammheimlich verabschiedet von der Idee, den amtierenden Bürgermeister und Parteifreund der FDP, Herrn Bußmer noch in irgendeiner Weise zu unterstützen, weder im Wahlkampf, noch im Amt. Der amtierende Bürgermeister findet demzufolge weder eine Partei, noch eine politische Heimat mehr vor für ein mögliches Comeback, da alle im Stadtrat vertretenen Parteien, ausser vielleicht die FWG, bisher einen (oder mehrere) Kandidaten gefunden haben, den sie unterstützen wollen, während die FDP das Amt des Bürgermeisters in Wittlich als Solches in Frage stellt.

 

Die logische Konsequenz wäre eigentlich gewesen, dass z.B. Jörg Hosp selbst für die FDP als Bürgermeisterkandidat in Wittlich ins Rennen ginge. Diese Option hat man bei der FDP offensichtlich bewußt und klammheimlich verworfen, weil man es wohl vorzieht, u.U. in geheimer Absprache mit Albert Klein und mit der CDU, die Weichen zu stellen für den Masterplan „B“: FDP als Steigbügelhalter, Mehrheitsbeschaffer und Unterstützer des CDU-Kandidaten Rodenkirch. Dieses Szenario habe ich bereits in einem meiner früheren Artikel antizipiert und eigentlich davor gewarnt. Ich ging zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wirklich davon aus, dass man diesen Plan tatsächlich, und ungeachtet der damit verbundenen möglichen Implikationen, skrupellos und generalstabsmäßig vorbereiten und exekutieren würde.

 

siehe: http://1wittlicher2intelligente3liste.blog.volksfreund.de/2009/02/17/wittlich-burgermeister-busmer-bitte-kommen-sie-schnell-zuruck/

 

Das interessante (und eigentlich schon fast perverse) an diesem oben erwähnten Zirkus erscheint mir zudem, dass, gesetzt den Fall, dass z.B. Henkel wider jegliches Erwarten, als unabhängiger Kandidat, in eine Stichwahl mit Rodenkirch geraten würde, eine gewisse notorische Wahrscheinlichkeit besteht, dass die SPD-Führung möglicherweise dazu neigen könnte, in dem Fall ihre Anhänger aufzurufen, im Zweifelsfall Rodenkirch zu wählen. Und genau da stossen wir meiner Ansicht nach an die Grenzen der Demokratie in Wittlich.

 

An dieser Stelle möchte ich die Spekulationen beenden und das soeben Gesagte etwas wirken lassen. Man verzeihe mir, sollte ich als engagierter politischer Analyst und gelernter Politologe die Grenzen zwischen objektiv intendierter Analyse und (in dem Fall) subjektiver persönlicher Involviertheit etwas verwischen, so dass möglicherweise der daraus resultierende Spagat kontrapunktisch erscheinen könnte.

Wittlich: Henkel gegen Nehrenberg – Kampfkandidatur ! Jetzt wird´s spannend !

Offener Brief an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wittlich und an die Mitglieder der SPD und Bündnis90/Die Grünen zur Mitgliederversammlung am Do. 12. März 2009 im Casino Wittlich:

SPD Ortsverein Wittlich, Trierer Str. 27, D-54516 Wittlich, Tel. 06571-264321, 

und an Bündnis 90/Die Grünen                                      Wittlich, den 05.02.09

 

 

Betr.: Mitgliederversammlung, Do., 12. März 2009, 20.30, Casinorestaurant in Wittlich: Antrag auf Änderung  bzw. Erweiterung des Tagesordnungspunktes 8. „Vorstellung des Bewerbers“ in: „Vorstellung der Bewerber“. Dies macht konkreten Sinn in Bezugnahme auf den TOP 10. „Wahl der Bewerberinnen und Bewerber für die Bürgermeisterkandidatur“, wo ja suggeriert wird, dass mehrere bzw. mindestens 2 Bewerberinnen und Bewerber zur Auswahl stehen.

Verehrte Genossinnen und Genossen, liebe Freunde und Förderer der SPD, liebe Ortsvereinskolleginnen und -Kollegen,

mir ist selbstverständlich bekannt, dass, laut Brief vom 31.07.08 der Vorsitzenden der SPD Wittlich, Erika Werner, Zitat:„Das Wahlkampfteam eine Vorauswahl getroffen hat.“

Nichtsdestotrotz habe ich mich dazu entschieden, mich den Mitgliedern des Ortsvereins der SPD und der Grünen als Gegenkandidat zu Herrn Nehrenberg zur Wahl zu stellen und beantrage somit unter Punkt TOP 8 der Mitgliederversammlung ein Rederecht zur Vorstellung meiner Person als Bewerber und Zulassung zur geheimen Wahl unter TOP 10.

Auch wenn die Kandidatenfindungskommission der SPD und der Grünen eine Bewerbung meinerseits nicht unterstützt, möchte ich mich als Mitglied des Ortsvereins der SPD Wittlich dem Votum der Mitglieder des Ortsvereins zur Wahl stellen.

Für den Fall eines negativen Votums der Mitgliederversammlung bezüglich meiner Kandidatur, bin ich entschlossen, trotzdem an einer unabhängigen Kandidatur festzuhalten.

Dies möchte ich im Folgenden begründen:

Ich hatte mich frühzeitig bei dem SPD Ortsverein beworben und in diesem Brief vom März 2008 darum gebeten, die innerparteiliche Demokratie zu wahren und allen möglichen Bewerbern um das Amt des Bürgermeisters in Wittlich eine faire Chance zu geben, sich vorzustellen, Zitat:

„Für den Fall, dass sich noch weitere Personen als Kandidat für die Wittlicher SPD zur Bürgermeisterwahl 2009 aufstellen lassen wollen, bitte ich alle Mitglieder des SPD Ortsvereins Wittlich, die Gepflogenheiten der innerparteilichen Demokratie und Willensbildung, gemäß den Statuten der SPD, zu wahren, d.h.:

 

Es sollte allen anwesenden Kandidaten die faire Chance eingeräumt werden, sich, sowohl was ihre Person betrifft, als auch was ihr Programm angeht, den Delegierten des Ortsvereins der SPD Wittlich eingehendst bekannt zu machen, bevor dann auf einer öffentlichen Delegiertenversammlung einer der dort anwesenden Anwärter auf die Kandidatur, nach innerparteilicher und demokratischer Wahl zum offiziellen Kandidaten der SPD für die Bürgermeisterwahl 2009 in Wittlich gekürt wird. Ich bitte darum, diese o.a. Punkte zu berücksichtigen, um einen fairen Ablauf zu gewährleisten.“

Leider hatte das Wahlkampfteam der SPD und der Grünen entweder nicht den Mut zur offenen Aussprache, oder es sollte eine Vorentscheidung der führenden Köpfe geben, weil man offensichtlich dem Votum der Ortsvereinskolleginnen und –Kollegen in dieser Angelegenheit nicht so recht vertraut.

Sonja Sünnen schreibt dazu im Wittlicher Ortsteil des TV vom 07.08.08 unter der Rubrik „Meinung“, Zitat:

„Während sich etwa bei SPD und Grünen noch kein Mitglied beschwert hat, dass es eine Vorentscheidung der führenden Köpfe geben wird, ist die Sache bei der CDU anders. Deren Führungsetage hätte den Missmut vermeiden können, wenn sie von Anfang an deutlich und offen kommuniziert hätte, wie sie vorgehen will, dann hätte sich niemand gegängelt fühlen können.“

Meiner Meinung nach sollten gerade die SPD und die Grünen der innerparteilichen Demokratie einen hohen Stellenwert einräumen und eben nicht die gleichen Fehler machen wie die CDU in dieser Angelegenheit.

Um eine ernsthafte Chance gegen den von Albert Klein und der gesamten CDU-Nomenklatura protegierten und gesteuerten CDU-Kandidaten Rodenkirch haben zu können und zu wollen, bitte ich die Mitgliederversammlung folgende Punkte zu bedenken:

SPD und Grüne müssen eine klare Alternative zu Rodenkirch (und man sollte auch den amtierenden Bürgermeister Bußmer in diesem Zusammenhang nicht unterschätzen) anbieten und kraftvoll unterstützen.

2) Wir brauchen einen weltoffenen, persönlichkeitsstarken, unverwechselbaren und stadtbekannten Kandidaten aus Wittlich, der seine gesamte Persönlichkeit in die Waagschale zu legen imstande ist, um ein Maximum an Jungwählern, bisherigen Nicht-Wählern und ein gebündeltes Mass an fortschrittlichen und aufgeklärten Bürgern und Kräften in dieser Stadt an die Wahlurnen zu locken, um die Zukunft dieser Stadt aktiv mitzugestalten.

3) Auch ohne die Unterstützung von SPD und Grünen ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass eine unabhängige Kandidatur meinerseits, laut zuverlässiger und seriöser Prognosen, ca. 20 % + X an Wählerstimmen einbringen wird. Ich bitte, sich dies einmal plastisch vor Augen zu halten.

 

4) In den letzten Monaten habe ich äusserst erfolgreich den Wahlkampf vorbereitet und öffentlich und kompetent Stellung bezogen zu sämtlichen Belangen, Sachgebieten und Problemfeldern der Wittlicher Stadtpolitik, was einen ausserordentlichen Anklang in breiten Kreisen der Bevölkerung gefunden hat und wofür ich ein vielfältiges positives Echo erfahren habe, was allgemein bekannt sein dürfte. Ich erwähne hier zahlreiche Artikel, Beiträge und Stellungnahmen zu unterschiedlichen Problemfeldern der Stadtpolitik in Presse, Rundfunk und Medien. Henkel ist überall präsent im Stadtbild, Ausschüssen, Stadtrat, Parteiveranstaltungen, Firmen, Vereinen und Organisationen, so dass man von einer konstanten Bürgernähe sprechen kann. Henkel steht für fachliche Führungsqualitäten, Welterfahrenheit, Kultur und Sprachkenntnisse, weiterhin für nonchalante Offenheit, Direktheit und Toleranz.

 

Wenn ich in Punkt 3.) von 20 % + X spreche, dann meine ich, dass ich, ausser meiner typischen angestammten Wählerklientel, über ernstzunehmende und ausbaufähige Ressourcen verfüge im Bereich der Jung- und Erstwähler und der Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund. Zusätzlich kann ich auf die Stimmen vieler bisheriger traditioneller Nichtwähler zurückgreifen. Dazu kommt ein äusserst umfangreiches Potential an sogenannten Protestwählern, die allen etablierten Parteien einen Denkzettel verpassen wollen. Nicht zu vergessen sind hier auch viele SPD-Wähler und Wähler von Bündnis 90/Die Grünen, die ebenfalls Sympathien hegen für eine Kandidatur von Henkel. Alles zusammengenommen ergibt sich realistischerweise ein Bild von 20 % + deutlich X, die einen Bürgermeisterkandidaten Henkel wählen werden, wovon wir zuverlässig und realistischerweise ausgehen können. Mit Henkel´s 20 % + reichlich X, dazu die Stimmen X für SPD und Bündnis 90/Die Grünen können wir es, zusammengenommen, sogar schon im 1. Wahlgang über die 50 % schaffen, die Stichwahl sowieso. Wohlgemerkt, die Logik und Arithmetik einer Direktwahl zum Bürgermeister ist eine gänzlich andere, als die einer Stadtrat- oder Kommunalwahl, wo die SPD und die Grünen mit Sicherheit deutlich zulegen können, nicht zu vergessen ein möglicher Einzug der Linken in diese Gremien. Man ist schon einmal reingefallen mit einem Bürgermeister, der plötzlich anfing, mit der CDU zu liebäugeln.

Ich möchte hier in keinster Weise meinen verehrten Mitbewerber und Konkurrenten um das Bürgermeisteramt, Herrn Nehrenberg, verunsichern oder beschädigen. Trotzdem sehe ich es als meine Pflicht an, die Mitglieder des Ortsvereins, den Vorstand, die Kandidatenfindungskommission und nicht zuletzt auch Herrn Nehrenberg über diese Umstände in Kenntnis zu setzen und jedem Einzelnen die Möglichkeit zu geben, hier konstruktive und reflektierende Überlegungen und Rückschlüsse aus dem soeben Gesagten ziehen zu können.

Wenn es der Kandidatenfindungskommission von SPD und Bündnis90/Die Grünen tatsächlich daran gelegen war und ist:“…die Menschen, die sich für das Amt des Bürgermeisters interessierten oder die wir angesprochen haben, persönlich zu schützen und sie nicht der Öffentlichkeit preiszugeben“, dann sollte sie meiner Ansicht nach auch bestrebt sein, den hier anwesenden Bewerber um das Amt des Bürgermeisters, Herrn Nehrenberg dahingehend zu beschützen und zu bewahren, dass er hier in Wittlich auf relativ aussichtsloser Position, sowohl gegenüber Henkel als Unabhängiger, als auch gegenüber Rodenkirch von der CDU, als Zählkandidat quasi „verheizt“ wird. Noch ist es nicht zu spät und wir können jetzt gemeinsam, durch einen weisen Mitgliederbeschluss, das Ruder herumwerfen und dadurch weiteren Schaden vermeiden durch eine innerparteiliche und verantwortliche Entscheidungsfindung zum Wohle der Stadt Wittlich.

Aus diesen ganzen oben erwähnten Fakten, Argumenten und Erwägungen heraus sehe ich es als meine Pflicht an, den Mitgliedern von SPD und Bündnis90/Die Grünen erneut meine Kandidatur nahezulegen und Sie eingehend dahin zu beraten, meine Person als Kandidaten aufzustellen und mit allen verfügbaren Kräften zu fördern und zu unterstützen.

Für weitere Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit sozialdemokratischen Grüßen

x_________________________________________________________________________

Stephan Henkel, Trierer Str. 2, D-54516 Wittlich, Tel. 06571-923146, stephhenkel@web.de

 

 

Wittlich – Erinnerungsarbeit: Leserbrief von Dr. Jascha Nemtsov, Berlin

Wurde Dr. Calleen von der CDU und FDP gefeuert, weil er sich zu sehr für die Erinnerungsarbeit und den deutsch-jüdischen Dialog engagierte?

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Anhang übersende ich Ihnen meinen Leserbrief bezüglich der offenbar politisch motivierten Entlassung des Kulturamtsleiters der Stadt Wittlich, Dr. Justinus Maria Calleen. Ich möchte Sie um eine baldmögliche Veröffentlichung bitten.
Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen
Jascha Nemtsov

Leserbrief von Dr. Jascha Nemtsov, Berlin:

Seit vielen Jahren bin ich als Pianist und Musikwissenschaftler mit der Stadt Wittlich verbunden. In dieser Zeit durfte ich in Kooperation mit dem städtischen Kulturamt mehrere Projekte realisieren, die sich der Wiederbelebung jüdischer Kultur im Zeichen einer kreativen Erinnerungsarbeit widmeten. Dabei war für mich die Zusammenarbeit mit dem Kulturamtsleiter Dr. J.M. Calleen eine ausgesprochen große Bereicherung. Ich schätze ihn sehr als zuverlässigen Partner, begabten Organisator und einen ideenreichen, kultivierten und im besten Sinne idealistischen Menschen.

Daher war ich äußerst bestürzt, als ich von seiner Absetzung erfuhr. Die Arbeit von Dr. Calleen, die hochkarätigen Ausstellungen, die niveauvolle Musikpflege und andere Projekte, die er im Meistermann-Museum und in der ehemaligen Synagoge zustande brachte, förderten deutlich den überregionalen Ruf der Stadt als Kulturzentrum. Ich weiß, dass man seine zahlreichen Projekte nicht nur in der Region, sondern auch unter anderem in Berlin oder Düsseldorf kennt und sehr schätzt.

Ein wichtiger Schwerpunkt war Dr. Calleens Einsatz für die deutsch-jüdische Verständigung und für die Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte. Noch vor einigen Monaten nahm ich als Pianist an der Verleihung des Georg-Meistermann-Preises der Stadt Wittlich an Charlotte Knobloch teil, wobei viel über den deutsch-jüdischen Dialog gesprochen wurde. Und nun wird gerade derjenige durch eine üble politische Intrige gefeuert, der sich in sehr hohem Maße für diesen Dialog engagierte. Oder war es für die Stadt-Mächtigen von CDU und FDP zu viel des Engagements? Ich bin überzeugt, dass es hierbei um einen kalkulierten Schlag gegen Dr. Calleens mutige historische Erinnerungsarbeit in Wittlich und seinen aktiven Einsatz für den deutsch-jüdischen Dialog geht.

Priv.-Doz. Dr. habil. Jascha Nemtsov, Berlin

Danckelmannstr. 42
D-14059 Berlin
Tel. +49 30 30839085
Mobil +49 173 3057725
http://www.musica-judaica.com